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Passivrauchen löchert die Lunge

Montag, 26. November 2007, 17:19 • Rubrik Gesundheit, Medizin.

Grafik zeigt Karte der Lunge, farblich von rot bis gelb markiert die steigende Beweglichkeit der Heliumatome; in diesem Fall, einem wenig belasteten Nichtraucher, überwiegend rot gefärbtAuch Passivrauchen greift die Struktur der Lunge an, belegen Messungen amerikanischer Mediziner. Einige Nichtraucher, die im hohen Maße Tabakrauch ausgesetzt sind, weisen demnach ähnlich “löchrige” Lungen auf wie aktive Raucher.

Bei einem wenig belasteten Nichtraucher ist den Heliumatomen relativ viel Lungengewebe im Weg. Grafik: The Children’s Hospital of Philadelphia and the University of Virginia

Ein derartiger Effekt werde seit langem vermutet, erklärt Chengbo Wang vom Children’s Hospital of Philadelphia. Bislang habe man die strukturellen Veränderungen aber nicht sichtbar machen können. Wang und Kollegen gelang der Nachweis mit einer Variante der Kernspintomographie. Ihre Resultate stellen sie auf einer Radiologen-Fachtagung in Chicago vor.

Die Mediziner führten ihre Studie mit 60 Erwachsenen durch, von denen 45 niemals geraucht hatten, allerdings zeitlebens unterschiedlich stark Zigarettenrauch ausgesetzt gewesen waren. Alle Teilnehmer atmeten ein Gasgemisch mit Helium-3-Atomen einer bestimmten Magnetisierungsrichtung ein. Exakt 1,5 Sekunden später wurde per Kernspintomographie die Ausbreitung dieser Atome in der Lunge kartiert.

Grafik: Wie oben, diesmal zwei Fälle, ein stark belasteter Nichtraucher und ein Raucher mit zunehmender Gelbfärbung der Karte als Zeichen einer erhöhten Beweglichkeit

Bei einigen stark belasteten Nichtrauchern und bei Rauchern steigt dagegen die Beweglichkeit der Heliumatome, erkennbar an einem höheren apparenten Diffusionskoeffizienten. Grafik: The Children’s Hospital of Philadelphia and the University of Virginia

Bei gut einem Drittel der stark belasteten Nichtraucher zeigte sich eine ähnlich rasche Ausbreitung wie bei den Rauchern – ein Hinweis darauf, dass relativ wenig Lungengewebe die Bewegung der Heliumatome behinderte. Bei diesen Teilnehmern habe der Tabakrauch die Elastizität des Gewebes verringert, sodass die feinen Hohlräume der Lunge im Laufe der Zeit regelrecht ausgeleiert seien, erklärt Wang.

Bei den übrigen zwei Dritteln der stark belasteten Nichtraucher zeigte sich dagegen eine langsamere Ausbreitung als bei den Nichtrauchern mit geringer Exposition. Dieses Resultat deute auf eine Verengung der Atemwege hin, so Wang weiter. Zu den möglichen Ursachen zählten eine chronische Bronchitis oder beginnendes Asthma.

Forschung: Chengbo Wang, Talissa A. Altes, Kai Ruppert und John P. Mugler III, Department of Radiology, Children’s Hospital of Philadelphia, und Department of Radiology, University of Virginia, Charlottesville; und andere

Präsentation auf dem 93rd Scientific Assembly and Annual Meeting of the Radiological Society of North America, Chicago

WWW:
Department of Radiology, Children’s Hospital of Philadelphia
Department of Radiology, University of Virginia
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