Kurzmeldungen am Donnerstag, den 22.11.07
Donnerstag, 22. November 2007, 15:59 • Rubrik Nachrichten.
Heute in aller Kürze: Eine neue Röntgenmethode enthüllt das Verwandtschaftsverhältnis unter Pflanzen. Raucher mit besonderen Varianten der Gene TPH1 und TPH2 werden früher und häufiger abhängig. Zum umweltfreundlichsten Lesen der Tageszeitung müsste man zum E-Papier greifen. Und: Heute vor 30 Jahren.
Schnitt durch einen fossilen Samen. Bild: Paul Scherrer Institut
Die Abstammung der Blütenpflanzen und ihre Verwandtschaften glauben schweizer Forscher mit Hilfe von Röntgenbildern belegen zu können. Die Untersuchungen stützen die umstrittene These, nach der die Blütenpflanzen mit den seltenen zapfentragenden Samenpflanzen (Gnetophyten) und den Bennettitales, einer ausgestorbenen artenreichen Pflanzengruppe, eng verwandt sind. Diese drei Gruppen bilden gemeinsam die Übergruppe der so genannten Antophyten. Das belegten jetzt fossile Pflanzensamen aus Portugal und Nordamerika, die zwischen 70 und 120 Millionen Jahre alt sind. Mit Hilfe einer neuen Röntgenmethode – der so genannten Phasenkontrast-Methode (MBA) – konnte die innere Struktur der Samen abgebildet werden. Es zeigte sich, dass Gnetophyten, Bennettitales und Blütenpflanzen viele ähnliche Eigenschaften haben und demnach eng verwandt sein müssen, berichten die Forscher im Magazin “Nature”. Die drei Pflanzengruppen haben demnach gemeinsame Vorfahren, die sich bereits vor der Entstehung der eigentlichen Blütenpflanzen von den Nadelhölzern abgespalten hatten. Bisher war die Verwandtschaft umstritten, weil genetische Untersuchungen den Schluss nahe legten, dass die Gnetophyten mit den Nadelhölzern (Koniferen) verwandt sind. (Paul Scherrer Institut)
Zum Raucher wird man geboren – zumindest teilweise: Auf 50 bis 75 Prozent schätzen Forscher den Einfluss des Erbguts. Dabei können das TPH1- und das TPH2-Gen wichtige Rollen spielen, entdeckten Forscher der Universitäten Bonn und Heidelberg. Die TPH-Gene sind wichtig für die Produktion des Hirnbotenstoffs Serotonin. Ist das TPH1-Gen verändert, werden Betroffene insgesamt häufiger und stärker abhängig. Der Austausch eines einzigen Buchstaben im TPH2-Gen lässt sie dagegen früher zur Zigarette greifen. Das ermittelten die Wissenschaftler aus anonymisierten Daten von mehr als 4.300 Deutschen, darunter sowohl Raucher als auch Nichtraucher. Die Testpersonen hatten sich in den vergangenen Jahren für zwei unabhängige genetische Studien zur Verfügung gestellt. (Universität Bonn)
Eine Tageszeitung liest man am umweltfreundlichsten auf dem E-Papier, haben schwedische Forscher berechnet. Wer online liest, verbraucht demnach innerhalb von 10 Minuten so viel Energie wie es der Herstellung der gedruckten Ausgabe entspricht. Auf E-Papier könnte man dagegen bis zu 30 Minuten lesen, sagen die Forscher. Elektronisches Papier verbraucht nur Elektrizität, wenn neue Seiten aufgerufen werden. Sind die Farbkügelchen im E-Papier erst einmal ausgerichtet, muss im Gegensatz zu herkömmlichen Bildschirmen kein Strom mehr fließen. Die Forscher schränken ein, dass ihre Berechnungen nur ungefähre Werte wiedergeben. So kann etwa eine gedruckte Zeitung auch von mehreren Personen gelesen werden, außerdem kann bei den elektronischen Geräte deren Lebensdauer stark variieren. (Royal Institute of Technology Stockholm, Studie als PDF)
Jahrestag: Heute vor 30 Jahren startete die Concorde zu ihrem ersten Überschallflug von Paris nach New York. (Wikipedia)
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