Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt

Kurzmeldungen am Freitag, den 16.11.07

Freitag, 16. November 2007, 16:37 • Rubrik Nachrichten.

Eiflecken beim Buntbarsch Heute in aller Kürze: Österreichische Forscher haben ein Gen entdeckt, das Barsch-Männchen die Simulation von Eiern ermöglicht. Pflegekräfte schleppen mehr als Bauarbeiter. Fledermaus-Mütter im Regenwald wissen die Vorteile von Mineralwasser zu schätzen. Und: Heute vor 152 Jahren.

Buntbarsch-Männchen mit Eiflecken. Foto: Erwin Schraml / Universität Basel

Männliche Buntbarsche tricksen Weibchen aus, um deren Eier zu befruchten. Und das geht so: Die Weibchen sind so genannte Maulbrüter. Unmittelbar nach der Eiablage und noch vor der Befruchtung nehmen sie ihre Eier mit dem Mund auf. Die Männchen locken Weibchen an, indem sie gelbe Eiattrappen auf ihren Flossen abbilden. Fühlt sich ein Weibchen aufgefordert, die vermeintlichen Eier aufzunehmen, stoßen die Fische ihr Sperma aus, welches dann ins Maul der Weibchen gelangt. Zoologen an den Universitäten Basel und Konstanz haben jetzt bei den Barschen ein Gen identifiziert, das für die Produktion der gelben Eiflecken verantwortlich ist. Das Gen mit der Bezeichnung “csf1ra” kommt sowohl bei Arten vor, die ihre Eiflecken auf der Analflosse tragen (siehe Foto), als auch bei jenen, die sie auf den beiden Pektoralflossen (unten am Kopfende) tragen. Eiattrappen scheinen also mehrmals im Verlauf der Evolution der Buntbarsche entstanden zu sein, folgern die Forscher. (Meldung der Universität Basel, Fachartikel als PDF)

Pflegekräfte schleppen mehr als Bauarbeiter, ergab eine Befragung von Berufstätigen. Das Heben schwerer Lasten gehört demnach für zwei von drei Pflegenden zum Berufsalltag. Im Baugewerbe dagegen muss nur etwa jeder zweite Beschäftigte häufig schwer heben. Unter der Last leiden 74,4 Prozent in Pflegeberufen, auf dem Bau sind es 42,8 Prozent. Das hat eine Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) ergeben. Psychische Anforderungen und Schichtarbeit, in der Regel auch an Wochenenden und Feiertagen, belasten Pflegekräfte zusätzlich. Sie klagen daher häufiger über Müdigkeit, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit als Erwerbstätige in anderen Berufen. (BAuA)

Fledermaus-Mütter benötigen während der Trächtigkeit und in der Zeit des Säugens ihrer Jungen mehr Mineralstoffe. Diese finden tropische Fledermäuse im Regenwald durch den gezielten Besuch mineralstoffreicher Wasserstellen oder Salzablagerungen. Das berichten Leibniz-Forscher aus Ecuador. Sie zählten an den so genannten “Salzlecken” deutlich mehr Weibchen als Männchen. Alle untersuchten Weibchen waren entweder trächtig oder hatten säugende Jungen. Die Tiere könnten durch das Salz gezielt die eigene Milchproduktion erhöhen und das Knochenwachstum der Jungen fördern, sagen die Forscher. In den Regenwäldern des Amazonasgebietes seien die Böden generell mineralstoffarm. Pflanzenfresser hätten es daher schwer, nötige Spurenelemente zu sich zu nehmen. Als Mineralienquelle wirkten sich die Salzlecken positiv auf die Fledermaus-Populationen aus, was wiederum die pflanzliche Artenvielfalt im Regenwald durch vermehrte Samenverbreitung erheblich beeinflusse. (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Research Letters in Ecology)

Jahrestag: Heute vor 152 Jahren erreicht David Livingstone als erster Europäer die Victoriafälle. Der schottische Missionar und Afrikaforscher durchreiste von 1853 bis 1856 ganz Südafrika. (Wikipedia)


Möchten Sie den Beitrag bewerten?

SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading ... Loading ...

Empfehlen Sie den Text weiter! Empfehlen Sie den Text weiter!

Drucken Drucken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Copyright © 2011 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics