Sportler sind erfolgreicher
13. November 2007 |
Wer Sport treibt, ist in Schule und Beruf erfolgreicher als eher bewegungsscheue Altersgenossen. Das haben zwei Hannoveraner Ökonomen erstmals für Deutschland nachweisen können. Wer nicht nur am Schulsport teilnimmt, erreicht demnach mit bis zu 6 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit die Hochschulreife oder einen Universitätsabschluss.
Ergebnisse früherer Studien in den USA ließen sich demnach auch auf hiesige Verhältnisse übertragen, erläutert Christian Pfeifer von der Universität Hannover. “Ein entscheidender Unterschied der Systeme besteht darin, dass der Wettkampfsport in den USA ein fester Bestandteil des Schullebens ist, während er hierzulande fast ausschließlich in den örtlichen Vereinen stattfindet.”
Für ihre Studie nutzten Pfeifer und sein Kollege Thomas Cornelißen Daten des Sozio-oekonomischen Panel, einer regelmäßig durchgeführten Befragung in Privathaushalten. Seit dem Jahr 2000 umfasst diese auch das Thema Sport. Von mehr als 6.000 Befragten aller Altersgruppen gaben 64 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen an, während der Schulzeit sportlich aktiv gewesen zu sein. Bei letzteren war der positive Effekt des Sports besonders ausgeprägt. Die Ökonomen erklären dies mit dem gesteigerten Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen der Sportlerinnen auch in Unterricht und Ausbildung.
Dass Eigenschaften wie Teamgeist, Disziplin oder Durchhaltevermögen durch Sport gefördert werden, ist laut den Forschern hinlänglich bekannt. Die neuen Resultate ständen im Einklang mit der Beobachtung, dass die auf dem Sportplatz oder in der Turnhalle verbrachte Zeit nicht zulasten des Lernpensums gehe, sondern eher vom Fernsehkonsum und anderen ungünstigen Aktivitäten abgezweigt werde. Kinder und Jugendliche sollten daher - nicht nur unter gesundheitlichen Aspekten - zu sportlicher Betätigung ermuntert werden.
Forschung: Thomas Cornelißen und Christian Pfeifer, Institut für empirische Wirtschaftsforschung und Institut für Arbeitsökonomik, Leibniz-Universität Hannover
Veröffentlichung IZA Discussion Paper No. 3160, November 2007
WWW:
Die Arbeit online beim Institut zur Zukunft der Arbeit
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Uni Hannover
Das Sozio-oekonomische Panel



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