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Eisiges Mahlwerk erhält Saturnringe

Das prächtige Ringsystem des Saturn geht auf die Zerstörung kleinerer Monde zurück. Für diese Theorie spricht die Entdeckung von acht „Möndchen“ in einem Saturnring durch amerikanische, deutsche und finnische Forscher. Wahrscheinlich handelt es sich um Bruchstücke größerer eisiger Objekte, die allmählich durch Kollisionen mit anderen Brocken zermahlen werden und so den Ring auffüllen.

'Nahaufnahme' des Saturnmondes Daphnis in einer Lücke des Ringsystems; an deren Innenrand von dem Mond verursachte Dichtewellen [1]

Nur etwa 7 Kilometer groß, schlägt der Saturnmond Daphnis regelrechte Wellen in „seiner“ Lücke im A-Ring. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Die kleinen Monde dürften bestenfalls 140 Meter messen, schätzen Miodrag Sremcevic von der University of Colorado und seine Kollegen im Magazin „Nature“. Für ihre Untersuchungen wertete die Gruppe Aufnahmen der Sonde Cassini aus. Auf den Bildern sind die Winzlinge selbst zwar nicht sehen. Sie verraten sich jedoch durch propellerförmige Dichteschwankungen des Ringmaterials in ihrer Nähe.

Sieben der acht Möndchen liegen im A-Ring, dem äußeren der beiden hellsten und größten Saturnringe. Während der Ring etwa 14.000 Kilometer breit ist, liegen die sieben in einem 3.000 Kilometer schmalen Gürtel. Sie könnten auf das Auseinanderbrechen eines gut zehn Kilometer großen Mondes zurückgehen, schätzen die Forscher anhand der Gesamtmasse der mindestens 15 Meter großen Objekte in dem Gürtel. Monde ähnlichen Kalibers ziehen noch heute um den Saturn, beispielsweise Pan und Daphnis.

Das achte Möndchen kreist knapp außerhalb der Encke-Teilung, einer Lücke im A-Ring, um den Saturn. Erst im letzten Jahr war über die ersten vier „Propeller“ in dem Ringsystem berichtet worden. Eine weitere Studie über solche Objekte im A-Ring haben Carolyn Porco vom Space Science Institute in Boulder, Colorado, und ihre Kollegen kürzlich zur Begutachtung eingereicht.

Forschung: Miodrag Sremcevic und Nicole Albers, Laboratory for Atmospheric and Space Physics, University of Colorado at Boulder; Jürgen Schmidt, Martin Seiß und Frank Spahn, Arbeitsgruppe Nichtlineare Dynamik, Institut für Physik der Universität Potsdam; Heikki Salo, Department of Physical Sciences, University of Oulu

Veröffentlichung Nature, Vol. 449, 25. Oktober 2007, pp 1019-21, DOI 10.1038/nature06224

WWW:
Laboratory for Atmospheric and Space Physics, UC Boulder
AG Nichtlineare Dynamik, Uni Potsdam
The Alphabet Soup of Saturn’s Rings
Saturn
Cassini
Four Propellers

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