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Strom enthüllt Fingerabdrücke

Montag, 22. Oktober 2007, 17:10 • Rubrik Chemie, Technik.

Fingerabdruck Je nachdem, wo sie hinterlassen wurden, lassen sich Fingerabdrücke manchmal nur schwerlich sichtbar machen. Einen Ausweg könnte eine Methode bieten, die Schweizer Forscher ersonnen haben. Das Stempelbild der feinen Hautleisten wird dabei mit Edelmetall beschichtet und dann per Stromfluss abgetastet.

Foto: Michael Kempf /Fotolia

Die Methode könnte vor allem bei Fingerabdrücken auf Geldscheinen, Papier, Kunststoffen und anderen strukturierten oder bedruckten Oberflächen nützlich sein, hoffen die Forscher um Hubert Girault von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Ihre Resultate präsentieren sie im Fachblatt “Chemical Communications”.

Girault und Kollegen behandeln die zu untersuchende Oberfläche mit einige Nanometer feinen Goldpartikeln. Diese lagern sich an die Rücken aus Salzen, Talg und anderen organischen Verbindungen an, die die feinen Hautleisten hinterlassen haben. Auf dem Gold scheiden die Forscher wiederum Silber zur Kontrastverstärkung ab. Dann führen sie eine 20 Tausendstel Millimeter feine Elektrode zeilenweise und in geringem Abstand über die Oberfläche. Fährt die Elektrode über einen mit Edelmetall beschichteten Rücken, zeigt sich dies in einem stärker werdenden Stromfluss.

Der Grund dafür ist eine planmäßige Korrosion. Die Oberfläche badet in einer Lösung, die einen Iridiumchlorid-Komplex enthält. Der Komplex oxidiert das Silber, indem er ihm ein Elektron entreißt. An der Elektrode kann er dieses Elektron wieder abgeben und erneut ein Silberatom angreifen. Folge des Komplex-Recyclings ist ein hoher Stromfluss über einem Silberrücken.

Zeile für Zeile zeichnet der stärker und schwächer werdende Stromfluss so ein hochauflösendes Bild des Fingerabdrucks. Die gute Bildqualität auf Problemflächen hat allerdings ihren Preis: Schon das rasterelektrochemische Abtasten eines wenige Quadratmillimeter großen Areals dauert einige Stunden.

Forschung: Meiqing Zhang, Michel Prudent und Hubert H. Girault, Laboratoire d’Electrochimie Physique et Analytique, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, Lausanne; Andy Becue und Christophe Champod, Institut de Police Sciencetifique, Ecole des Sciences Criminelles, Université de Lausanne, Lausanne

Veröffentlichung Chemical Communications, pp 3948-50, DOI 10.1039/b710947d

WWW:
Laboratoire d’Electrochimie Physique et Analytique, EPFL
Institut de Police Scientifique, Uni Lausanne
Daktyloskopie

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