Top

Hormon prägt Mutter-Kind-Bindung

16. Oktober 2007 12:13

Mutter-und-Baby_250 Schon früh in der Schwangerschaft wird eine Mutter auf die Zeit nach der Geburt vorbereitet. Diese Vermutung stellt eine israelische Psychologin nach einer Studie mit 62 Teilnehmerinnen auf. Je höher der Spiegel des Hormons Oxytocin in den ersten Schwangerschaftswochen ist, desto stärker sind Tun und Denken einer Mutter später auf das Kind ausgerichtet.

Foto: Jeanne Hatch /iStockphoto

Mehrere Studien hatten gezeigt, dass Oxytocin nicht nur Wehen und Milchfluss auslöst, sondern auch die Haltung gegenüber anderen Menschen beeinflusst. Zudem kümmern sich tierische Mütter umso intensiver um den Nachwuchs, je höher ihr Oxytocinspiegel ist. Einen ähnlichen Zusammenhang scheine es auch beim Menschen zu geben, berichten Ruth Feldman von der Bar-Ilan-Universität und ihre Kollegen im Fachblatt “Psychological Science”.

Die Gruppe hatte die Hormonspiegel der Frauen im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel sowie im ersten Monat nach der Geburt bestimmt. Zudem führte sie eingehende Interviews mit den Mütter durch und beobachtete, wie häufig diese ihr Kind anschauten, ihm zugewandt waren, es berührten und in die typische “Ammensprache” verfielen. Diese Verhaltensweisen waren umso ausgeprägter, je höher der Oxytocinspiegel zu Beginn des ersten Trimesters gewesen war. Ähnliches galt für das Ausmaß, in dem Denken und Fühlen der Mütter um ihr Kind kreisten.

Forschung: Ruth Feldman, Department of Psychology, Bar-Ilan University, Ramat-Gan; und andere

Veröffentlichung Psychological Science, Vol. 18(11), November 2007

WWW:
Department of Psychology, Bar-Ilan University
Oxytocin - das Molekül der Liebe

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Schüchternheit durch die Nase bekämpft
“Vertrauenshormon” dämpft Angstzentrum

Bottom