Schmier schlägt Hightech
Donnerstag, 11. Oktober 2007, 6:01 • Rubrik Chemie, Technik, Vermischtes.
In der Welt geht es rauher zu als im Labor. Mit dieser Erkenntnis haben amerikanische Forscher die erste Feldstudie eines mikrobiziden Nylongewebes abgeschlossen. Nach einigen Wochen in Krankenwagen und Polizeiwachen wirkte dieses nicht mehr hemmend auf Bakterien, sondern bot ihnen im Gegenteil beste Wachstumsbedingungen.
Bild: Jefferson Lab
Der wahrscheinliche Grund für die Umkehrung des gewünschten Effekts sei ein Film aus Staub, verschüttetem Kaffee, Salatsoße und anderen alltäglichen Verunreinigungen, erklärt Michael Kelley von der Thomas Jefferson National Accelerator Facility. “Wir hatten gehofft, aus unserem Gewebe sehr einfach antimikrobielle Polsterbezüge, Textilien und ähnliches herstellen zu können”, so der Forscher. “Das wird aber nicht funktionieren.”
Kelley und Kollegen hatten ihr “Killer-Nylon” bereits vor 15 Jahren entwickelt. Es handelt sich um Gewebe aus Nylonfasern, deren chemische Struktur an der Oberfläche mit ultraviolettem Laserlicht verändert worden ist. Im Laborversuch töten solche Fasern gängige Bakterien wie Escherichia coli zuverlässig ab – auch ohne zusätzliche Beschichtung oder Wirkstofffreisetzung. Die Angst vor Terroranschlägen mit Krankheitserregern hatte das US-Heimatschutzministerium schließlich veranlasst, einen 70-tägigen Freilandtest zu finanzieren.
Forschung: Michael J. Kelley, Thomas Jefferson National Accelerator Facility (Jefferson Lab), Newport News, Virginia
WWW:
Jefferson Lab
Kunststoffe zum Kennenlernen: Nylon
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