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Orionnebel näher als gedacht

10. Oktober 2007 |

Illustration zeigt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne und die jeweiligen Blicklinien zu dem Stern im OrionnebelIn einer der berühmtesten Kinderstuben für Sterne geht es beschaulicher zu als meist angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Astronomengruppe nach der bislang genauesten Messung des Abstandes zum Orionnebel. Der neue Wert ist fast ein Fünftel kleiner als der alte Wert und lässt vermuten, dass die Leuchtkraft der Sterne in dem Nebel überschätzt worden ist.

Entfernungsmessung per Daumensprung: Im Laufe eines Jahres scheint sich der angepeilte Stern im Orionnebel hin und her zu bewegen. Illustration: Bill Saxton, NRAO/AUI/NSF

Da schwächer strahlende Sterne ihren Brennstoff langsamer verbrennen als hellere Pendants, müssen auch die Altersschätzungen revidiert werden. “Diese Sterne sind beinahe doppelt so alt wie bislang angenommen”, erklärt Geoffrey Bower von der University of California in Berkeley. Der Forscher und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate im “Astrophysical Journal”.

Für ihre Entfernungsbestimmung nutzte die Gruppe einen alten Seefahrer- und Pfadfindertrick und eine von Hawaii bis in die Karibik reichende Kette von Radioteleskopen. Mit diesem Very Large Baseline Array peilten sie über einen Zeitraum von zwei Jahren immer wieder den gleichen Stern im Orionnebel an. Dieser schien sich am Himmel hin und her zu bewegen, indem die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zog. Aus der Stärke dieses Parallaxeneffekts berechnen die Forscher einen Abstand von 1.270 Lichtjahren. Der bisherige Wert lag bei 1.565 Lichtjahren.

Spiralförmige Bahn des Sterns am Himmel“Wir können die Prozesse der Sternentstehung in dieser Region nicht verstehen, ohne die genaue Entfernung zu kennen”, betont Bowers Kollegin Karin Sandstrom. Eine geringere Entfernung bedeutet nicht nur, dass die Sterne im Orionnebel weniger hell strahlen, sondern auch, dass die Sternentstehung dort auf einen kleineren Raum konzentriert ist als bislang angenommen.

Da zu dem Parallaxeneffekt die tatsächliche, geradlinige Bewegung des Sterns hinzukommt, scheint dieser eine spiralförmige Bahn am Himmel zu beschreiben. Die roten Kreuze markieren Messungen im Zeitraum Januar 2003 bis Dezember 2004. Grafik: Sandstrom et al., NRAO/AUI/NSF

Forschung: Karin M. Sandstrom, J.E.G. Peek, Geoffrey C. Bower, Alberto D. Bolatto und Richard L. Plambeck, Department of Astronomy und Radio Astronomy Laboratory, University of California at Berkeley; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal; Preprint arXiv:0706.2361

WWW:
Radio Astronomy Laboratory, UC Berkeley
Physik der Sterne
Der Orionnebel
Daumensprung

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