Zecken überleben Waschgang
Montag, 8. Oktober 2007, 12:47 • Rubrik Biologie, Gesundheit.
Wer durch Wälder und Wiesen gestreift ist, sollte hernach nicht nur seine Haut, sondern auch die Kleidung nach Zecken absuchen. Für diese Ansicht sprechen Versuche eines amerikanischen Forschers. Ein Gang in der Waschmaschine kann den kleinen Spinnentieren demnach nur wenig anhaben.
Ebenso wie auch der nahe verwandte Gemeine Holzbock, kann Ixodes scapularis Erkrankungen wie FSME und Borreliose übertragen. Foto: Scott Bauer/ARS
Erst der Wäschetrockner macht ihnen zuverlässig den Garaus, ermittelte John Carroll vom Forschungsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums. Der Entomologe hatte eine lebende Schildzecke in der Trommel seiner Waschmaschine entdeckt und daraufhin beschlossen, die Widerstandsfähigkeit der potenziellen Krankheitsüberträger systematisch auf die Probe zu stellen.
Carroll setzte Jugendstadien und ausgewachsene Exemplare zweier Zeckenarten (Amblyomma americanum und Ixodes scapularis) in Beutel aus feinem Netzstoff. Diese Beutel wusch er in der Maschine bei verschiedenen Temperaturen und mit oder ohne Waschmittel. Der Großteil der Tiere überstand die Prozedur, lediglich eine hohe Waschtemperatur in Kombination mit Waschmittel reduzierte die Überlebensrate der Ixodes-Holzböcke auf 25 Prozent.
Um wirklich alle Zecken abzutöten, mussten die Beutel für mindestens eine Stunde in den Wäschetrockner gegeben werden, ermittelte Carroll. Der Effekt stellte sich allerdings nur ein, wenn das Trockengebläse auf Höchsttemperatur arbeitete. Einen Trockengang mit ungeheizter Luft überstanden wiederum bis zu 50 Prozent der Tiere.
Forschung: John F. Carroll, ARS Animal Parasitic Diseases Laboratory, Beltsville, Maryland
WWW:
Animal Parasitic Diseases, USDA Agricultural Research Service
Zecken als Krankheitsüberträger
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