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Alter Stern mit Gürtel

28. September 2007 |

Modelldarstellung der Scheibe mit hellem, aufgedunsenem Innenrand, nach außen hin rasch dunkel werdend, vor schwarzem HintergrundWenn Sternen der Brennstoff ausgeht, blähen sie sich auf und stoßen eine Hülle aus Gas und Staub ins All. Europäische Astronomen haben nun Hinweise darauf gefunden, warum solche Nebel nicht immer kugelrund geformt sind. Ihr Kronzeuge ist eine große Staubscheibe, die einen alten Stern schon vor dem Abstoßen der Gashülle wie ein Gürtel umgibt.

Während ihr heißer Innenrand im Infrarotlicht hell strahlt, wird die Scheibe nach außen hin rasch kühler und dunkler. Modellansicht, das Kreuz markiert die Position des Sterns. Grafik: ESO

Aus historischen Gründen noch immer als planetarische Nebel bezeichnet, gehören die abgestoßenen Hüllen zu den schillerndsten Erscheinungen im All. Durch die verglimmende Sternleiche von innen beleuchtet, erstrahlen sie in verschiedensten Farben. Die Gestalt einiger Exemplare lässt an übergroße Sanduhren, Ameisen oder Katzenaugen im All denken.

Welche Form der Nebel schließlich annimmt, scheint schon vor seiner Entfaltung festzustehen, vermuten Pieter Deroo von der Katholischen Universität Leuven und seine Kollegen. Am Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile schalteten die Forscher gleich drei der vier 8,2-Meter-Teleskope zu einem großen Instrument zusammen. Auf diese Weise konnten sie den Stern V390 Velorum und seine Umgebung mit bislang unerreichter Auflösung studieren und die Strahlung des Sterns von jener der umgebenden Gas- und Staubmassen trennen.

Wie die Forscher demnächst im Fachblatt “Astronomy & Astrophysics” berichten, bildet dieses Material eine große Scheibe, die V390 Velorum mitsamt seines Begleiters umgibt. Der heiße, aufgedunsene Innenrand der Scheibe liegt in einem Abstand von etwa neun Erdbahnradien von dem Stern, ihre Breite beträgt mehrere Hundert Erdbahnradien. “Welchem Mechanismus auch immer asymmetrische planetarische Nebel ihre Form verdanken, er scheint bereits vor der eigentlichen Verwandlung am Werk zu sein”, erklärt Deroos Institutskollege Hans Van Winckel.

Forschung: Peter Deroo und Hans Van Winckel, Instituut voor Sterrenkunde, Katholieke Universiteit Leuven; Carsten Dominik, Sterrenkundig Instituut “Anton Pannekoek”, Universiteit van Amsterdam; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astronomy & Astrophysics, DOI 10.1051/0004-6361:20078079

WWW:
Homepage Pieter Deroo
Planetary Nebulae and the Future of the Solar System
European Southern Observatory

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