Wie Krokodile heimfinden
26. September 2007 |
Ein meterlanges Krokodil und eine Brieftaube haben mehr gemein, als man zunächst glauben könnte. Auch die großen Echsen sind bemerkenswerte Navigatoren, belegt ein Experiment australischer Forscher. Per Hubschrauber verfrachtet, können Leistenkrokodile über mehrere Hundert Kilometer nach Hause zurückfinden.
Ein mehrere Meter langes Leistenkrokodil zu fangen, ist keine ganz leichte Angelegenheit. Foto: Craig Franklin
“Bislang sind wir meist davon ausgegangen, dass Krokodile rasch ermüden”, erklärt Craig Franklin von der University of Queensland. “Nun zeigt sich jedoch, dass sie in der Lage sind, Tag um Tag große Entfernungen zu überwinden.” Dieses Resultat werfe ein neues Licht auf Bemühungen, Probleme mit besonders hartnäckigen Exemplaren durch schlichtes Umsiedeln lösen zu wollen, schreiben der Forscher und seine Kollegen im Fachblatt “PLoS ONE”.
Die Forscher führten ihre Versuche mit Leistenkrokodilen (Crocodylus porosus) durch - der größten und für den Menschen leider auch gefährlichsten Krokodilart. Die Forscher fingen drei männliche, bis zu 4,5 Meter lange Exemplare und befestigten kleine Satellitensender an deren Rückenschuppen und setzten sie in bis zu 130 Kilometern Entfernung Luftlinie wieder aus. In einem Fall bedeutete dies den Transport von der Ostseite auf die Westseite der großen Kap-York-Halbinsel im Norden Australiens. Der Heimweg im Meer, um die Spitze der Halbinsel herum, war gut 400 Kilometer lang.
Nach einer Orientierungsphase von einigen Tagen bis Wochen machten sich alle drei Krokodile wieder auf den Heimweg, ergab die Analyse der Satellitendaten. Täglich bis zu 30 Kilometer schwimmend und immer wieder einige Tage rastend, erreichten die Tiere spätestens vier Monate nach dem Transport wieder ihr ursprüngliches Habitat. Dort blieben sie auch bis zum Ende des Beobachtungszeitraums.
Wahrscheinlich nutzten die Krokodile eine Reihe von Faktoren für die Navigation, so Franklin weiter. Dazu könnten Sonne, Magnetfeld, Sicht und Geruch zählen. “Krokodile sind näher mit den Vögeln verwandt als irgend ein anderes Reptil. Daher ist es denkbar, dass sie ähnliche Navigationssysteme wie Vögel nutzen.”
Forschung: Mark A. Read, Queensland Parks and Wildlife Service, Cairns; Craig E. Franklin, School of Integrative Biology, University of Queensland, St. Lucia; und andere
Veröffentlichung PLoS ONE, Vol. 2(9), e949, DOI 10.1371/journal.pone.0000949
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Eco-Lab, University of Queensland
Crocodylus porosus
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