Früher galaktischer Babyboom
25. September 2007 |
Viele Galaxien begannen eine Art Rentnerdasein, als das Universum selbst noch in den Kinderschuhen steckte. Diese Ansicht bekräftigen Beobachtungen einer niederländischen Astronomin. Ein großer Teil der von ihr studierten Galaxien wies keine deutlichen Spuren neu entstandener Sterne auf.
Da die Galaxien jedoch viele Milliarden alter Sterne enthalten, müssen diese in einem wahren Babyboom entstanden sein, folgern Mariska Kriek von der Universität Leiden und ihre Kollegen. Damit stelle sich die Frage, was die rasante Sternentstehung zum Stillstand gebracht habe.
Kriek und Kollegen nutzten das europäische Großteleskop-Observatorium und das Gemini-Teleskop in Chile, um insgesamt 36 große Galaxien in einer Entfernung von gut 11 Milliarden Lichtjahren zu beobachten. Das von diesen Objekten aufgefangene Licht stammt damit aus einer Zeit, als das Universum kaum 3 Milliarden Jahre alt war. Gemessen an ihren Lichtspektren und an der von relativ kühlem Wasserstoff ausgesandten Strahlung, scheinen in knapp der Hälfte der Galaxien kaum noch Sterne zu entstehen.
Eine mögliche Erklärung für den plötzlichen Stopp der Sternentstehung seien Schwarze Löcher, wie sie in mehreren der untersuchten Galaxien vorhanden seien, so die Forscherin. Die von diesen Objekten “angesaugte” Materie erhitzt sich und sendet intensive Strahlung aus. Diese könnte wiederum die in einer Galaxie verbliebenen Wasserstoff-Schwaden erhitzen und auseinandertreiben, sodass diese nicht mehr zu Sternen kollabieren.
Forschung: Mariska Kriek und Marijn Franx, Sterrewacht Leiden, Leiden Universiteit; Pieter van Dokkum, Department of Astronomy, Yale University, New Haven, Connecticut
Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal, Preprint arXiv:astro-ph/0611724, und Preprint arXiv:0707.4484
WWW:
Sterrewacht Leiden
- Homepage Mariska Kriek
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