Kurzmeldungen am Dienstag, 18.9.07
Dienstag, 18. September 2007, 13:57 • Rubrik Nachrichten.
Heute in aller Kürze: Piloten sollten beim Landeanflug weniger abhängig vom Fluglotsen sein, empfehlen Berliner Forscher. Die britische Polizei sammelt zu viele DNA-Proben, warnen Kritiker. Quecksilber gelangt vor allem über die Luftverschmutzung in Gewässer, berichten kanadische Forscher. Und: Heute vor zehn Jahren.
Airbus A300-600. Foto: Lufthansa
Piloten sollten beim Landeanflug selbstständig den Abstand zu vorauslandenden Jets kontrollieren, empfehlen Forscher vom Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin. Sie testeten das Verfahren mit Piloten dreier Fluggesellschaften sowie Airbus-Testpiloten im Flugsimulator. Werde auf die Dienste von Fluglotsen verzichtet, so die Forscher, könnten in einer dreiviertel Stunde ein oder zwei Flugzeuge mehr landen und ein bis zwei Prozent Kerosin eingespart werden. Da die laufenden Funksprüche des Lotsen zum Beschleunigen oder Abbremsen entfielen, habe der Pilot mehr Zeit, sich um den Flug und den richtigen Sicherheitsabstand zu kümmern. Der Lotse kontrolliert nach diesem Modell über seinen Radarschirm, ob die Abstände richtig eingehalten werden. Den eigenverantwortlichen Landeanflug sieht ein neues Konzept der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol vor. (CoSpace TU Berlin)
DNA-Informationen unbescholtener Bürger dürften nicht in staatlichen Gen-Datenbanken gespeichert werden, fordert das britische “Nuffield Council on Bioethics”. Die Organisation, in der sich Forscher und Rechtsexperten zusammengeschlossen haben, kritisiert das Anwachsen der polizeilichen DNA-Datenbank auf schon über vier Millionen Proben. In England und Wales kann jeder Verdächtige im Fall einer Verhaftung zur Abgabe seiner DNA gezwungen werden. Gerechtfertigt sei deren Speicherung aber höchstens bei gerichtlich verurteilten Straftätern, meinen die Kritiker. Auch Opfer und Zeugen, die im Rahmen der Ermittlungen DNA-Proben abgegeben haben, müssten die Vernichtung der Daten verlangen können. (BBC, Nuffield Council on Bioethics)
Die Quecksilber-Belastung von Gewässern ließe sich schneller senken als bisher vermutet, sagen kanadische Forscher. In einem sieben Jahre dauernden Experiment hatten sie gezielt ein schwach giftiges Quecksilber-Präparat auf verschiedene Weise in den Wasserkreislauf eines Sees eingebracht und seinen Weg durch die Nahrungskette verfolgt. In Hechten am Ende der Nahrungskette konzentriert sich demnach vor allem jenes Quecksilber, das über die Luftverschmutzung ins Wasser gelangt. Bessere Abgasfilter in Industrieanlagen könnten solche Belastungen schnell und drastisch senken, bilanzieren die Forscher. In der zweiten Phase ihres Experiments werden sie nun analysieren, wie schnell sich der Zustand des Ökosystems nach dem Stopp der Kontaminierung wieder normalisiert. (ScienceNow)
Jahrestag: Heute vor zehn Jahren wagten Zeppelin-Bauer aus Friedrichshafen den Neuanfang. Mit dem “Zeppelin NT” stellte die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG (ZLT) nach fast 60 Jahren Luftschifffahrt ein neues Modell vor. Verwendung finden die Zeppeline in erster Linie bei touristischen Rundflügen. Zur Finanzierung trägt die Vermarktung der Hülle als Werbefläche einen erheblichen Anteil bei. Zudem buchen TV-Sender die Schiffe gelegentlich zum Filmen von Großereignissen. (Wikipedia)
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