Gassigehen verschreckt Vögel
5. September 2007 | Druckversion
Wo ein Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, ergreifen viele Vögel die Flucht. Das gilt selbst dann, wenn der Hund die ganze Zeit über an der Leine gehalten wird, haben zwei australische Forscher ermittelt. Einen langfristigen Effekt auf die Vogelfauna konnten sie allerdings nicht nachweisen.
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Nach Ansicht von Peter Banks und Jessica Bryant von der University of New South Wales reicht die kurzfristige Wirkung allerdings aus, um Hunde in besonders sensiblen Schutzgebieten zu verbieten. Vogelfreunden und Ökotouristen könne sie das Vergnügen verderben und bei Bestandszählungen zu falschen Resultaten führen, schreibt das Duo im Fachblatt “Biology Letters”.
Der Hund gilt nicht nur als bester Freund des Menschen. In vielen Ökosystemen stellt Canis lupus familiaris bzw. seine engere Verwandtschaft auch den Räuber in der obersten Etage des Nahrungsnetzes. Wenn Naturschutzbehörden auf Nummer Sicher gehen und die Vierbeiner aus bestimmten Arealen verbannen wollten, stießen sie allerdings regelmäßig auf starken Widerstand, schreiben Banks und Bryant. Nicht selten verwiesen die Gegner auf fehlende Belege für einen schädlichen Einfluss des Hundes.
Eine solche Wirkung konnten die Forscher nun bei einer Studie in einem großen Waldgebiet nördlich von Sydney nachweisen. Dazu erfassten sie die Individuen- und Artenzahl der Vögel an insgesamt 90 schmalen Feuerschneisen. War dort ein Mensch mit einem angeleinten Hund entlanggegangen, hörten oder sahen die Forscher 35 Prozent weniger Vogelarten und 41 Prozent weniger Vögel als an Kontrollschneisen. Spaziergänger ohne Hund hatten einen halb so starken Effekt.
Banks und Bryant hatten ihre Versuchsflächen so gewählt, dass die Hälfte von ihnen in einem Nationalpark lag, in dem Hunde strikt verboten waren. Weder in Bezug auf die ungestörte Vogelfauna noch auf den Hunde-Effekt zeigten sich Unterschiede zu Flächen in einem von Hundebesitzern frequentierten Gebiet. Dieses Resultat spreche einerseits gegen einen langfristigen Effekt, schreiben die Forscher, und andererseits gegen eine Gewöhnung der Vögel an die Vierbeiner.
Forschung: Peter B. Banks und Jessica V. Bryant, School of Biological, Earth and Environmental Sciences, University of New South Wales, Kensington
Veröffentlichung Biology Letters, Doi 10.1098/rsbl.2007.0374
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