Kurzmeldungen am Donnerstag, 30.8.2007
30. August 2007 | Druckversion
Heute in aller Kürze: Pollen an einer Biene im Bernstein verraten das Alter der ersten Orchidee. Die Chinesische Mauer verschwindet. Braunschweiger Forscher nehmen “Fingerabdrücke” von Phosphordüngern. Und im Jangtse gibt es wohl doch noch Flussdelfine.
Pollen tragende Biene im Bernstein.
Foto: Santiago Ramírez /Nature
Mit Hilfe einer Biene im Bernstein haben US-amerikanische Forscher den bisher ältesten Orchideenpollen entdeckt. Der 15 bis 20 Mio. Jahre alte Bernstein stammt aus der Dominikanischen Republik. Die Forscher verglichen den Pollen mit anderen Fossilien sowie Pollen von 55 heutigen Orchideen-Arten. Daraus lasse sich ableiten, dass der Vorfahre aller Orchideen um die 80 Mio. Jahre alt sei, so die Forscher. Bisher war das ungefähre Alter der frühesten Art stark umstritten. (News@Nature)
Die Chinesische Mauer überstand rund 2000 Jahre – jetzt drohen große Teile ein Opfer der Sandstürme zu werden. In den letzten 20 Jahren sind 40 Kilometer der westlichen Mauer verschwunden, meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. In weiteren 20 Jahren könnten die Mauerreste in der westlichen Provinz Gansu am Verlauf der alten Seidenstraße von den Stürmen ganz abgetragen sein. Die Probleme gehen offenbar auf die Raubbau-Landwirtschaft der 50er Jahre zurück, die den Boden auslaugte und zur Ausbreitung der Wüste beitrug. (International Herald Tribune)
Phosphor-Düngemittel tragen “Fingerabdrücke”, die ihre Herkunft verraten. Auf diese Weise lässt sich der Ursprung unerwünschter toxischer und radiaktiver Schwermetalle im Dünger ermitteln. Eine entsprechende Methode entwickelten Forscher der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Sie können künftig Rohphosphate aus dem Mittleren Osten und Nordafrika von solchen aus den USA durch höhere Gehalte an Wismut, Blei und Cobalt unterscheiden. Auch aus dem Isotopen-Verhältnis der Elemente Strontium und Uran lässt sich die Herkunft ablesen. (FAL)
Der chinesische Flussdelfin, der nach Meldungen von Anfang August als ausgestorben gelten sollte, ist offenbar doch noch im Jangtse anzutreffen. Wie Forscher der Chinese Academy of Sciences bestätigten, ist ein Exemplar am 19. August im Tongling-Naturreservat von Besuchern beobachtet und gefilmt worden. Ein Team aus 25 Biologen hatte im letzten November und Dezember vergeblich nach Spuren des stark bedrohten Flussdelfins gesucht. (China Daily)



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