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Die Sonne teilt großzügig aus

23. August 2007 |

Wenn sich an einem Punkt der Sonnenoberfläche eine Eruption ereignet, bekommen dies selbst hinter dem Horizont liegende Planeten zu spüren. Das haben schwedische Physiker demonstrieren können, indem sie die Daten von Raumsonden bei Venus, Erde und Mars analysierten. Obwohl die Planeten einen Winkel über 180 Grad aufspannten, wurden alle von einer Welle hochenergetischer Teilchen von der Sonne erfasst.

Zwei Illustrationen zeigen die Ausbreitung der Partikelwellen durch das Sonnensystem; Sonne, Venus, Erde und Mars und die jeweiligen Sonde durch Miniaturgrafiken dargestellt; die Planetenbahnen und ein darüber gelegtes Spiralmuster in Form dünner grauer Linien, die Wellen als orangerote Flecken

Am 6. Dezember 2006 werden Venus und Erde von einer Partikelwelle getroffen, später auch der Mars. Zwei weitere Wellen laufen am 7. und 12. Dezember durch das Sonnensystem. Grafiken: Futaana/Swedish Institute of Space Physics

“Diese Beobachtungen zeigen, dass Ausbrüche auf der abgewandten Sonnenseite das Weltraumwetter der Erde beeinflussen können”, erklärt Yoshifumi Futaana vom Schwedischen Institut für Weltraumphysik (Institutet för rymdfysik, IRF). Der Forscher und seine Kollegen stellen ihre Resultate auf dem Europäischen Planetologenkongress in Potsdam vor.

Animation Sonneneruption Auf der Sonne kommt es regelmäßig zu Eruptionen, bei denen energiereiche Teilchen ins All geschleudert werden. Diese können Satelliten beschädigen und mitunter sogar zu Störungen in Stromnetzen am Erdboden führen. Auf welche Weise sie das Sonnensystem durchlaufen, studierten die Forscher anhand einer besonders großen Eruption am 6. Dezember letzten Jahres und der nachfolgenden Massenauswürfe. Für ihre Arbeit kombinierten sie Daten der Sonden Mars Express und Venus Express bei ihren jeweiligen Zielplaneten, des zwischen Sonne und Erde “geparkten” Sonnenobservatoriums SOHO und eines Wettersatelliten in der Erdumlaufbahn.

Das zeitliche Muster, mit dem die Welle registriert wurde, lässt demnach auf eine spiralförmige Ausbreitung schließen, so Futaana und Kollegen. Und zumindest im Falle des Mars schien das hochenergetische Prasseln den Verlust von Sauerstoff- und anderen Ionen aus der Atmosphäre vorübergehend um den Faktor Zehn zu verstärken. Dieses Phänomen sei von besonderem Interesse, so Futaana, “denn der auswärts gerichtete Ionenfluss dürfte - über geologische Zeiträume betrachtet - eine wichtige Rolle bei der Evolution planetarischer Atmosphären spielen”. Vielleicht habe der Mars auf diese Weise auch einen Teil seines Wassers eingebüßt.

Forschung: Yoshifumi Futaana, Stas Barabash, Masatoshi Yamauchi und Kjell Lundin, Solar System Physics and Space Technology, Swedish Institute of Space Physics (Institutet för rymdfysik, IRF), Kiruna

Präsentation auf dem 2nd European Planetary Science Congress, Potsdam; #EPSC2007-A-00343

WWW:
Swedish Institute of Space Physics
Wirkung von Sonneneruptionen auf die Erde
Flares
spaceweather.com

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