Posted in: Biologie, Medizin 22. August 2007 12:40 Weiter lesen →

Marburgvirus in Flughunden nachgewiesen

Marburgvirus Das natürliche Reservoir des Marburgvirus hat eine internationale Forschergruppe möglicherweise entdeckt. Die Wissenschaftler konnten das Erbgut des Virus und Antikörper gegen den Erreger in einer Flughundart in Gabun nachweisen. Für die Flattertiere scheinbar ungefährlich, könnte das Virus immer wieder auf Menschenaffen und Menschen übergehen und verheerende Krankheitsausbrüche hervorrufen.

Marburgvirus. Bild: Centers for Disease Control and Prevention

Bei den Betroffenen kommt es zu hohem Fieber, schweren Blutungen und Organversagen, die in bis zu 90 Prozent der Fälle zum Tode führen. „Der Nachweis einer Marburgvirus-Infektion in afrikanischen Flughunden bringt unser Verständnis dieser tödlichen Krankheit einen wichtigen Schritt voran“, erklärt Eric Leroy vom Centre International de Recherches Médicales de Franceville. Der Forscher und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate im Fachblatt „PLoS One“.

Zum ersten bekannten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers war es 1967 im hessischen Marburg gekommen. Seitdem rätseln Wissenschaftler über die Herkunft des Erregers. Die Tatsache, dass die Ausbrüche immer wieder mit Bergwerken und natürlichen Höhlen in Verbindung gebracht werden können, hatte auf Fledermäuse und Flughunde des Regenwaldes als potenzielle Wirte hingewiesen.

Leroy und Kollegen gingen diesen Hinweisen nach, indem sie mehr als 1.100 Vertreter von zehn Arten untersuchten, die im Gabun und in der Republik Kongo gefangen worden waren. Fündig wurden sie bei einer einzigen Art, dem Nilflughund (Rousettus aegyptiacus). Bei drei Individuen ließ sich das RNA-Erbgut des Marburgvirus sicher nachweisen, 29 von 242 untersuchten Tieren trugen Antikörper gegen Virusproteine in sich.

Keines der gefangenen Tiere habe Zeichen einer Krankheit aufgewiesen, schreibt die Gruppe. Zudem seien alle in der Lage gewesen, ihre Ruheplätze zur Nahrungssuche zu verlassen und in die aufgestellten Fallen zu fliegen. Die Verbindung mit dem Nilflughund sei umso schlüssiger, als dieser Höhlen als Heimstatt den Vorzug vor Bäumen gebe, so die Forscher. Das Verbreitungsgebiet der Art umfasse sämtliche bekannten Ausbruchsregionen in Afrika – reiche allerdings auch darüber hinaus.

Forschung: Jonathan S. Towner, Centers for Disease Control and Prevention, Special Pathogens Branch, Atlanta, Georgia; Xavier Pourrut und Eric M. Leroy, Centre International de Recherches Médicales de Franceville und Institut de Recherche pour le Développement, UR 178, Franceville, Gabun; und andere

Veröffentlichung PLoS One, Vol. 2(8), e764, DOI 10.1371/journal.pone.0000764

WWW:
Special Pathogens Branch, CDC
Marburg Hemorrhagic Fever
Institut de Recherche pour le Développement
Virale hämorrhagische Fieber
Chiroptera

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