Älteste Diamanten entdeckt
22. August 2007 |
Die wohl ältesten Diamanten hat eine deutsch-australische Forschergruppe entdeckt. Lediglich einige Tausendstel Millimeter groß, finden sich die Schmuckstücke in besonders stabilen, bis zu 4,25 Milliarden Jahre alten Zirkonen aus Westaustralien.
Das Alter der Erde selbst schätzen Geologen auf etwa 4,5 Milliarden Jahre. Da Diamanten typischerweise tief unter der Erdoberfläche bei hohen Temperaturen und Drücken entständen, müsse der Planet sehr bald nach seiner Entstehung eine dicke Gesteinskruste besessen haben, schließen Martina Menneken von der Universität Münster und ihre Kollegen im Magazin “Nature”.
Die Forscherin und ihre Kollegen wurden fündig, als sie gut 1.000 Zirkone aus den westaustralischen Jack Hills untersuchten. Dabei handelt es sich um extrem stabile Mineralkörnchen, deren genaue Struktur und Zusammensetzung Rückschlüsse auf Gestein zulässt, das längst wieder im Erdinneren verschwunden oder bei Meteoriteneinschlägen zerstört worden ist. In 45 Körnchen mit einem Alter von 3,06 bis 4,25 Milliarden Jahren fanden sich Miniaturdiamanten, häufig von Graphit und mitunter von anderen Mineralien begleitet.
Die Entstehung der “Schmuckkästchen” ist noch rätselhaft. Gemessen an ihrer Größe und ihrem Ramanspektrum, könnten die Diamanten auf Sediment zurückgehen, das vorübergehend in große Tiefen verfrachtet worden und dann wieder an die Oberfläche gelangt ist. Die Eigenschaften der Zirkone passen allerdings nicht zu diesem Szenario, schreiben Menneken und Kollegen. Möglicherweise seien beide erst nachträglich zusammengekommen.
Forschung: Martina Menneken und Thorsten Geisler, Institut für Mineralogie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Alexander A. Nemchin, Robert T. Pidgeon und Simon A. Wilde, Department of Applied Geology, Western Australian School of Mines, Curtin University of Technology, Bentley, Western Australia
Veröffentlichung Nature, Vol. 448, 23. August 2007, pp 917-20, DOI 10.1038/nature06083
WWW:
Institut für Mineralogie, Uni Münster
Applied Geology, Curtin University of Technology
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