Warum Frauen Rosa mögen

20. August 2007 18:30 Drucken

Rosa-Tulpen_Fotolia Rosa gilt nicht umsonst als typisch weibliche Farbe, lassen Experimente zweier britischer Forscherinnen vermuten. Vor die Wahl zwischen zwei Farben gestellt, entschieden sich Frauen eher für rötliche Farbtöne, während Männer diese mieden.

Bild: Hanno Zingel /Fotolia

“Wir hatten zwar erwartet, Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu finden”, erklärt Anya Hurlbert von der University of Newcastle. “Dass sie derart robust waren, hat uns angesichts unserer recht einfachen Tests dann aber doch überrascht.” Eine denkbare Ursache für die weibliche Farbvorliebe könnte in der Arbeitsteilung zwischen jagenden Männern und sammelnden Frauen liegen, so die Forscherin. Eine Rotpräferenz mache Früchte inmitten des Blattwerks leichter erkennbar.

Hurlbert und ihre Kollegin Yazhu Ling führten ihre Versuche mit 206 jungen Männern und Frauen englischer und chinesischer Herkunft durch. Diese sahen auf einem Computerbildschirm Paare unterschiedlich gefärbter Rechtecke und sollten möglichst rasch jenes mit der bevorzugten Farbe auswählen. Die Resultate präsentieren die Neurowissenschaftlerinnen im Fachblatt “Current Biology”.

Eine detaillierte Analyse der Präferenzen lässt vermuten, dass sich diese an den drei Farbrezeptoren der Netzhaut orientieren. Den Ausschlag gibt demnach der Kontrast zwischen langen und mittleren Wellenlängen – der Rot-Grün-Kontrast. Frauen bevorzugen solche Farben, die vor dem Hintergrund durch besonders viel Rot hervorstechen. Männer scheinen eben solche Farben zu meiden, während beide Geschlechter kurzwellige, bläuliche Töne mögen.

Allerdings spielt die jeweilige Kultur ebenfalls eine Rolle, glauben Hurlbert und Ling. “In China ist Rot die Glücksfarbe”, schreiben die Forscherinnen, “und tatsächlich zeigten unsere chinesischen Probanden eine stärkere Vorliebe für rötliche Farben als die britischen.”

Forschung: Anya C. Hurlbert und Yazhu Ling, Institute of Neuroscience und School of Biology and Psychology, Newcastle University, Newcastle upon Tyne

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 17(16), R623-5

WWW:
Homepage Anya Hurlbert
Die Netzhaut: Stäbchen und Zapfen
Colour Perception in Everyday Life

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