Posted in: Biologie 13. August 2007 18:50 Weiter lesen →

Klarer Empfang bei Fledermäusen

Radiosender kommen einander nicht ins Gehege, indem sie auf unterschiedlichen Frequenzen senden. Ähnliches gilt für Fledermäuse auf Sardinien, vermuten italienische und englische Forscher. Zwei dort lebende Arten scheinen ihre Ruffrequenzen verlagert zu haben, um einer dritten Art akustisch aus dem Weg zu gehen.

Ein solches Phänomen sei zu erwarten, wenn die Flattertiere ihre hochfrequenten Rufe nicht allein zum Orten von Beute und Hindernissen nutzten, schreibt die Gruppe um Danilo Russo von den Universitäten Neapel und Bristol im “Journal of Biogeography”. Die naheliegendste Erklärung für die beobachtete Merkmalverschiebung sei, dass die Rufe auch zur Erkennung von Artgenossen dienten – und vielleicht auch zum Finden potenzieller Geschlechtspartner.

Russo und Kollegen verglichen die Rufe von Hufeisennasen (Gattung Rhinolophus). Im Süden des italienischen Festlandes leben zwei Arten, die Ultraschall-Ortungslaute in unterschiedlichen Frequenzbändern ausstoßen. Auf Sardinien kommt eine dritte Art hinzu, deren Frequenzband zwischen den Bändern der beiden anderen Arten liegt. Diese rufen auf der Insel bei etwas tieferen bzw. höheren Frequenzen als auf dem Festland, fanden die Biologen.

Zwar gebe es auf dem Festland Gebiete, in denen alle drei Arten nebeneinander ohne akustisches “Ausweichen” vorkämen, räumen die Forscher ein. Möglicherweise werde die Ausbildung stärkerer Unterschiede hier jedoch durch Tiere unterbunden, die aus Gebieten mit nur einer oder zwei Arten zuwanderten. Gut 180 Kilometer vom Festland entfernt, sei Sardinien von diesem Genfluss praktisch abgeschnitten.

Forschung: Danilo Russo und Gareth Jones, Laboratorio di Ecologia Applicata, Dipartimento di Arboricoltura, Botanica e Patologia vegetale, Università degli Studi di Napoli “Federico II”, Neapel, und School of Biological Sciences, University of Bristol, Bristol; und andere

Veröffentlichung Journal of Biogeography, DOI 10.1111/j.1365-2699.2007.01762.x

WWW:
Laboratorio di Ecologia Applicata, Uni Neapel
Bat Ecology and Bioacoustics Lab, Uni Bristol
Horseshoe Bats
Character displacement, reproductive isolation, and hybridization

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