Posted in: Astronomie 6. August 2007 18:01 Weiter lesen →

Größter Exoplanet entdeckt

Den bislang größten Exoplaneten hat eine internationale Astronomengruppe entdeckt. Gleichsam aufgebläht, besitzt der Riese allerdings derart wenig Masse, dass er problemlos in Wasser schwimmen würde. Aufgrund seiner geringen Schwerkraft könnte er ständig heiße Gasschwaden verlieren.

Illustration: Planet mit rot-bräunlichen Wolkenbändern samt dunstigen Gasschwaden neben seiner hell-gelblich strahlenden Sonne mit bogenförmigen Protuberanzen und dunklen Sonnenflecken

Das Zentralgestirn von TrES-4 strahlt etwas heller und heißer als die Sonne. Grafik: Jeffrey Hall, Lowell Observatory

Getauft auf den Namen TrES-4, sei der Neuling gut 70 Prozent größer als Jupiter und weise gleichzeitig eine geringere Masse auf, erläutert Georgi Mandushev vom Lowell Observatory im US-Bundesstaat Arizona. Seine mittlere Dichte betrage lediglich 0,2 Gramm pro Kubikzentimeter – ein Fünftel des Wertes von Wasser. Damit unterschreite der Leichtbau-Riese sogar den theoretisch vorhergesagten Wert.

Mandushev und Kollegen fanden den Exoplaneten mit Hilfe eines Netzwerks kleiner Teleskope, die große Ausschnitte des Nachthimmels mustern und nach verdächtigen Schwankungen der Sternhelligkeit fahnden. Wenn sich ein Stern vorübergehend etwas verdunkelt, kann dies auf einen Planeten zurückgehen, der durch die Sichtlinie zur Erde zieht. Für Astronomen sind solche Entdeckungen besonders wertvoll, da sie in diesen Fällen nicht nur die Masse, sondern auch den Durchmesser des Planeten abschätzen können.

Das Zentralgestirn von TrES-4 liegt im Sternbild des Herkules und ist gut 1.400 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Der Exoplanet selbst rast alle dreieinhalb Tage im Abstand von nur 4,5 Millionen Kilometern um sein Gestirn, sodass seine Gashülle gut 1.400 Grad Celsius heiß sein dürfte. „Und da der Planet einen vergleichsweise schwachen Zug auf seine äußere Atmosphäre ausübt, dürfte ein Teil davon entkommen und einen kometenartigen Schweif bilden“, so Mandushev.

Forschung: Georgi Mandushev und Edward Dunham, Lowell Observatory, Flagstaff, Arizona; Francis T. O’Donnovan, Astronomy Department, California Institute of Technology, Pasadena; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal

WWW:
Lowell Observatory
The Trans-atlantic Exoplanet Survey (TrES)
Extrasolar Planet Encyclopaedia

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
„Korkplanet“ verblüfft Astronomen

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