Posted in: Biologie, Mathematik 19. Juli 2007 15:22 Weiter lesen →

Attraktive Väter, spendable Weibchen

PfauenaugeHat sich eine Pfauendame mit einem besonders attraktiven Männchen gepaart, legt sie sich umso stärker für den Nachwuchs ins Zeug. Eine französische Biologin hat ermittelt, dass die Weibchen in solchen Fällen größere Eier legen und ihnen mehr Testosteron mit auf den Weg geben.

Pfauenhennen wissen, was gut ist. Foto: Dr. Dirk Schmeller/UFZ

Dieses Verhalten folgt einem ökonomischen Kalkül, sind Adeline Loyau von der Université Pierre et Marie Curie in Paris und ihre Kollegen überzeugt. Größe und Testosterongehalt eines Eis wirkten sich nicht nur den Bruterfolg aus, sondern auch auf die weitere Entwicklung des Kükens und nicht zuletzt seinen Rang und seine Attraktivität.

In der Vergangenheit sei der günstige Effekt attraktiver Väter vorrangig durch deren „gute Gene“ erklärt worden, erläutert Loyau, derzeit am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. „Inzwischen wissen wir aber, dass die Energie, die die Mutter für die Eiproduktion und besonders für die Verteilung von Ressourcen wie Proteinen, Fetten, Abwehrstoffen oder Testosteron aufwendet, entscheidend das Wachstum des Nachwuchses und dessen Überlebenschancen beeinflusst.“

Loyau und Kollegen paarten Weibchen des Blauen Pfaus (Pavio cristatus) mit verschiedenen Männchen. Die schließlich gelegten Eier ließen sie von einem Automaten ausbrüten. Je mehr Augen das Federrad des Vaters aufgewiesen hatte, desto voluminöser waren die Eier und desto höher war der Testosterongehalt im Dotter, berichtet die Gruppe im Fachblatt „Behavioral Ecology and Sociobiology“.

„Die gesamte Energie, die ein Weibchen in ihrem Leben geben kann, ist begrenzt“, so Loyau weiter. Daher sei es sinnvoll, dass die Tiere besonders viel in solche Eier investierten, von denen sie sich den größten Erfolg versprächen. Attraktive Männchen seien gesünder und besäßen ein besseres Immunsystem als weniger attraktive Geschlechtsgenossen, sodass sich die Weibchen von ihnen Nachwuchs mit höheren Überlebenschancen erwarteten. „Unsere Resultate zeigen, dass diese Pfauenweibchen durch Küken mit guten väterlichen Genen und hohem mütterlichem Aufwand alles auf eine Karte setzen.“

Forschung: Adeline Loyau und Gabriele Sorci, Laboratoire de Parasitologie Evolutive, Université Pierre et Marie Curie, Paris; Michael Saint Jalme und Robert Mauget, Conservation des Espèces, Restauration et Suivi des Populations, Muséum National d’Histoire Naturelle, Paris

Veröffentlichung Behavioral Ecology and Sociobiology, Vol. 61(7), pp 1043-52, DOI 10.1007/s00265-006-0337-3

WWW:
Homepage Adeline Loyau
Blauer Pfau

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