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Riesenplaneten auf “Schmusekurs”

Freitag, 13. Juli 2007, 12:54 • Rubrik Astronomie.

Wenn ein Stern sehr große Planeten besitzt, halten sich diese am ehesten in seiner Nähe auf. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe nach der Beobachtung von 54 Sternen. In keinem Fall ließen sich Riesenplaneten in den Außenbezirken des jeweiligen Systems nachweisen.

Grafiken: Stern mit simulierten Planeten, mal mit der Methankanten-Technik, mal ohne abgebildet: runde Scheibe, im einen Fall von zahllosen hellen Flecken umgeben, im anderen von wenigen, gut hervorstechenden Flecken

Anhand der “Methankante” sollten sich – wie in diesem simulierten Fall – Gasplaneten in der Umgebung eines gleißend hellen Sterns nachweisen lassen. Bild: University of Arizona

“Dabei waren wir mit Sicherheit in der Lage, Super-Jupiter im Abstand von mindestens zehn Astronomischen Einheiten in der Umgebung junger, sonnenähnlicher Sterne aufzuspüren”, betont Laird Close von der University of Arizona. Zum Vergleich: Zehn Astronomische Einheiten oder Erdbahnradien entsprechen in etwa dem Abstand des Ringplaneten Saturn von der Sonne.

Seit 1995 sind mehr als 240 Planeten bei fernen Sternen entdeckt worden. Die Mehrheit davon bringt es mindestens auf die Masse des Jupiter und zieht in relativ geringem Abstand um das Zentralgestirn. Allerdings lassen sich weit außen gelegene Riesen mit der bislang erfolgreichsten Nachweistechnik kaum aufspüren, da ihr Schwerkraftzug den Stern nur schwach und langsam taumeln lässt.

Close und seine Kollegen wählten daher den direkten Weg: Mit einer raffinierten Kameratechnik fahndeten sie nach einer Kante im Infrarotspektrum, um methanreiche Gasriesen in der Umgebung eines gleißend hellen Sterns aufspüren zu können. Mit den Großteleskopen des europäischen VLT-Observatoriums in Chile und des MMT-Observatoriums in Arizona nahmen sie binnen drei Jahren 54 relativ nahe gelegene und junge Sterne unter die Lupe. Die dreijährige Suche blieb jedoch erfolglos, berichtet die Gruppe demnächst im “Astrophysical Journal”.

“Die Chancen, dass es bei diesen Sternen Planeten mit vier bis fünf Jupitermassen im Abstand von mehr als 20 Astronomischen Einheiten gibt, stehen extrem schlecht”, erklärt Closes Studentin Beth Biller. Dieses Null-Resultat sei für Astronomen von großer Bedeutung, da es ihnen helfe, die Entwicklung von Planetensystemen besser zu verstehen.

Forschung: Beth A. Biller und Laird M. Close, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Elena Masciadri, Osservatorio Astrofisico di Arcetri, Florenz; Rainer Lenzen und Wolfgang Brandner, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal; Preprints arXiv:0705.0066 und arXiv:0706.4331

WWW:
Steward Observatory, University of Arizona
- Homepage Laird Close
Max-Planck-Institut für Astronomie
- NACO-SDI
Encyclopaedia of Extrasolar Planets

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Gasriesen fördern lebensfreundliche Planeten


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