Posted in: Biologie, Klima, Umwelt 5. Juli 2007 12:46 Weiter lesen →

Schwarze Tage für Korallen

Eine unglückliche Kombination natürlicher Faktoren kann schwere Schäden in Korallenriffen nach sich ziehen. Das berichten australische Forscher im Fachblatt „Marine Biology“. Extremes Niedrigwasser bei hohem Sonnenstand, im Verein mit schwachem Wellengang, kann die Blumentiere eines Riff bis an die Belastbarkeitsgrenze und darüber hinaus strapazieren.

Foto: Trocken gefallene, bräunliche Korallen; im Hintergrund ein schmaler Streifen Wasser vor bewaldetem, hügeligem Festland

Ein mittägliches Nipptiden-Niedrigwasser kann Korallen über Gebühr belasten. Foto: Courtesy ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies

Derartige natürliche Ereignisse seien praktisch unvermeidbar, erläutert Ken Anthony vom Centre of Excellence for Coral Reef Studies und der University of Queensland. Allerdings verschärften sie den Stress, dem Korallen infolge des Klimawandels und durch direkte menschliche Einflüsse ohnehin ausgesetzt seien. Ein genaueres Verständnis ihres Auftretens und ihrer Auswirkungen sei daher wichtig für die Bemühungen um den Erhalt der Korallenriffe.

Anthony und seiner Kollegin Ailsa Kerswell waren im September 2005 bei einer Exkursion im Großen Barriereriff auf flächenhaft absterbende Korallen gestoßen. Im Zentrum der trocken liegenden Flächen waren 40 bis 75 Prozent der Stöcke geschädigt, während der Anteil am wellenumspülten Saum unter 1 Prozent lag. Nachdem die Forscher Krankheiten als Ursache ausgeschlossen hatten, analysierten sie Gezeitentafeln und meteorologische Daten und stießen auf das verhängnisvolle Zusammenwirken von Sonne, Mond und Wetter.

Für sich genommen, stelle keiner der Einzelfaktoren ein Problem für Korallen dar, so Anthony weiter. Umgekehrt könne die Biologie der Blumentiere das Problem zusätzlich verschärfen. „Am höchsten ist das Risiko in den Monaten Juli bis Oktober, wenn die Korallen Ressourcen für die Fortpflanzung sammeln und sich auf Sommerstressoren wie etwa das wärmebedingte Ausbleichen vorbereiten.“

Forschung: Kenneth R.N. Anthony, School of Marine Biology and Aquaculture, James Cook University, Townsville, und Ailsa P. Kerswell, Centre for Marine Studies, University of Queensland, Brisbane, Queensland

Veröffentlichung Marine Biology, Vol. 151(5), pp 1623-31, DOI 10.1007/s00227-006-0573-0

WWW:
ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies
Riffe.de
Coral Bleaching

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Korallenfische bleiben gern daheim
Kohlendioxid bringt Korallen in Bedrängnis
Forscher: Korallensterben ist junges Phänomen

Posted in: Biologie, Klima, Umwelt
Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (noch unbewertet)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.