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Fangschiffe arbeiten wie Raubtiere

3. Juli 2007 |

Auch wenn sie im größeren Maßstab arbeiten, haben Fischereischiffe gewisse Ähnlichkeit mit Raubtieren. Zu diesem Schluss kommt eine französische Forscherin nach der Analyse detaillierter Positionsdaten. Trotz Sonargeräten und Suchflugzeugen bewegen sich die Fangschiffe demnach nicht grundsätzlich anders als Albatrosse und Seehunde auf der Nahrungssuche.

Offenbar sei die moderne Technik nicht in der Lage, jegliche Unsicherheit bezüglich der Schwarmposition zu beseitigen, folgern Sophie Bertrand vom Institut für Entwicklungsforschung (IRD) und ihre Kollegen. Und ähnlich tierischen Räubern, müssten die Schiffe ihren Erfolg im Verhältnis zum Suchaufwand maximieren, schreibt die Gruppe im Fachblatt “Ecological Applications”.

Bertrand und Kollegen studierten die Bewegungen der peruanischen Sardellen-Fangflotte. Zwecks Überwachung und aus Sicherheitsgründen übermittelt jedes der 809 Schiffe einmal stündlich seine Position via Satellit an die nationale Fischereibehörde. Allein im Zeitraum 1999 bis 2003 kamen so über 14 Millionen Positionsmeldungen zusammen. Die Analyse dieses Datenschatzes zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit für Kursänderungen typischerweise mit dem Quadrat der seit der letzten Wende zurückgelegten Distanz sank. Eine ähnliches Muster sei auch bei Rentieren, Schakalen und Affen beobachtet worden, schreibt die Gruppe.

Anders als etwa bei der klassischen Brownschen Molekularbewegung, gebe es bei diesen Lévy-Random-Walks keine “bevorzugte” Etappenlänge. Auf diese Weise könne in einer gegebenen Zeit ein größeres Gebiet abgesucht und die Konkurrenz mit Artgenossen reduziert werden.

Nach Ansicht Bertrands und ihrer Kollegen spricht ihr Resultat gegen eine ökonomisch geprägte Sichtweise, der zufolge die Fischer weitgehend unabhängig von dem ausgebeuteten Ökosystem agieren. Vielmehr schienen die Fangschiffe funktionell vollwertige Teile des Ökosystems zu sein und - im gewissen Maße - auch dessen Regeln zu gehorchen.

Und da die Bewegungen der Fangflotte Rückschlüsse auf die Verteilung der Sardellen zuließen, könne anhand der Positionsdaten rechtzeitig erkannt werden, wenn die Bestände besonders anfällig für Überfischung seien. Ungünstige Bedingungen ließen die Schwärme nämlich näher an die Küste heranrücken.

Forschung: Sophie Bertrand, Arnaud Bertrand und François Gerlotto, Centre de Recherche Halieutique Méditerranéenne et Tropicale, Institut de Recherche pour le Développement, Sète, und Renato Guevara-Carrasco, Instituto del Mar del Perú, La Punta Callao

Veröffentlichung Ecological Applications, Vol. 17(2), pp 331-7, DOI 10.1890/06-0303

WWW:
IRD-Centre de Recherche Halieutique Méditerranéenne et Tropicale
Instituto del Mar del Perú
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