Infrarot entlarvt Kunstfälschungen
2. Juli 2007 |
Mit einer ebenso einfachen wie eleganten Technik wollen Braunschweiger Forscher Kunstfälschern auf die Schliche kommen. Indem sie auf Papier angefertigte Bilder mit Infrarot-Licht durchleuchten, können sie anhand der Wasserzeichen auf das Alter des Materials schließen. Auf diese Weise lässt sich erkennen, ob eine vermeintliche Rembrandt-Radierung erst Jahrzehnte nach dem Tod des Meisters entstanden ist.

Die Infrarot-Durchleuchtung macht auch unter Farbe verborgene Wasserzeichen sichtbar. Bild: Copyright HAUM, Braunschweig Museumsfoto Claus Cordes
Wasserzeichen im Papier markieren eine etwas geringere Dichte von Zellulosefasern, hervorgerufen durch zusätzliche Drähte im Schöpfgitter. “Jede Papiermühle hatte verschiedene Wasserzeichen zur gleichen Zeit”, erklärt Peter Meinlschmidt vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung. Im Laufe der Zeit seien diese Zeichen durch neue ersetzt worden. “Dabei ist recht gut bekannt, in welchem Zeitraum welche Wasserzeichen von welcher Papiermühle verwendet wurden.”
Kunsthistoriker nutzen Wasserzeichen schon seit längerem, um mehr über das Alter einer Zeichnung zu erfahren. Tinte oder Farbe können das Zeichen jedoch verdecken, sodass es nicht genügt, das Papier wie einen Geldschein gegen das Licht zu halten. Beim Abpausen kann das Original wiederum beschädigt werden, während das Röntgen oft mit großem Aufwand verbunden ist.
Die von Meinlschmidt und Kollegen entwickelte Technik nutzt die Tatsache, dass die meisten Tinten im Infrarotlicht durchsichtig sind. “Wir stellen daher eine 35 bis 40 Grad warme Wärmeplatte hinter das Bild und nehmen mit einer Infrarotkamera auf, wie viel Wärme das Bild durchlässt”, erläutert der Forscher. “So machen wir die Dichteunterschiede sichtbar und mit ihnen das Wasserzeichen.” Für das Bild sei die Untersuchung völlig ungefährlich: Während der Aufnahme stehe es nur eine Sekunde lang vor der Wärmeplatte und wärme sich dabei weniger stark auf als bei kurzem Anfassen mit den Fingern.
Forschung: Peter Meinlschmidt, Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut, Braunschweig; und andere
WWW:
Fraunhofer-Institut für Holzforschung
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