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Junger Stern badet in Wasserstoff

29. Juni 2007 | Druckversion

Riesenplaneten vom Schlage des Jupiter müssen sich nicht unbedingt hetzen, um zu ihrer dichten Gashülle zu kommen. Zwei schottische Astronominnen haben beobachtet, dass ein nahe gelegener Stern auch einige Millionen Jahre nach seiner Geburt noch reichlich warmen Wasserstoff in seiner Umgebung birgt.

Das Gas bringt es auf drei bis fünf Prozent der Sonnenmasse und umgibt den jungen Stern in Form einer nicht allzu weiten Scheibe, ermittelten Suzanne Ramsay Howat vom UK Astronomy Technology Centre und Jane Greaves von der University of St Andrews. Mit ihrer hohen Lebensdauer und Dichte erfülle “diese Gasscheibe viele der vermutlichen Voraussetzungen für die Bildung von Riesenplaneten”, so die Forscherinnen.

Planeten entstehen in Gas- und Staubscheiben, die übrig gebliebenes Material aus der Geburtswolke eines Sterns enthalten. Solche Scheiben sind bereits mehrfach beobachtet worden. Doch während ihr Staubgehalt relativ leicht bestimmt werden kann, bereitet die Abschätzung des Wasserstoffgehalts Probleme. Ramsay Howat und Greaves gelang dieser Kniff bei Beobachtungen mit dem Gemini-Teleskop in Chile.

Studienobjekt war ein junger Sternhaufen im Sternbild des Chamäleons, rund 320 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass viele der dortigen Sterne von Scheiben umgeben sind. Tatsächlich registrierten die Forscherinnen bei einem Stern den kräftigen Infrarot-Fingerabdruck von Wasserstoff-Molekülen, die durch die Strahlung des Sterns energetisch angeregt werden. Ihre Resultate präsentieren sie demnächst im Fachblatt “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society”.

Das Alter des Sterns schätzen Ramsay Howat und Greaves auf sechs Millionen Jahre. Gegenwärtige Theorien gehen davon aus, dass sich der Kern eines jupiterähnlichen Planeten binnen zwei Millionen Jahren bilden sollte und dass das “Auflesen” der dichten Gashülle weitere drei Millionen Jahren dauert. Zumindest im Falle des beobachteten Sterns wäre der benötigte Rohstoff ausreichend lange vorhanden.

Forschung: Suzanne K. Ramsay Howat, UK Astronomy Technology Centre, Edinburgh, und Jane S. Greaves, School of Physics and Astronomy, University of St Andrews, St Andrews

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Monthly Notices of the Royal Astronomical Society; Preprint 0705.4601

WWW:
UK Astronomy Technology Centre
Astronomy Group, University of St Andrews
Circumstellar Disks
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