Käferform verrät Tischmanieren
27. Juni 2007 | Druckversion
Die Körperform eines Käfers liefert Hinweise auf seine Fressgewohnheiten, zeigen Experimente zweier japanischer Biologen. Wenn sich Laufkäfer über Schnecken hermachen, neigen kräftig gebaute Vertreter dazu, das Gehäuse ihrer Beute zu knacken. Schlanke Käfer wählen dagegen den direkten Zugang durch die Gehäuseöffnung.

Schlanken Käfern steht der direkte Weg zur Mahlzeit offen. Foto: Junji Konuma
Bei den Schneckenjägern gebe es lediglich die spezialisierte schlanke oder robuste Körperform, schreiben Junji Konuma und Satoshi Chiba von der Tohoku-Universität im Fachblatt “American Naturalist”. Offenbar sei die mittelkräftige Statur beim Erlegen gepanzerter Beute von Nachteil. Anders dagegen bei Laufkäfern, die auf Raupen und Würmer aus seien: Hier sei die ganze Palette von Körperformen anzutreffen.
Konuma und Chiba studierten verschiedene Unterarten des japanischen Laufkäfers Damaster blaptoides. Die Vermessung der Tiere ergab, dass sich ihre Körperformen klar in zwei Gruppen einteilen lassen, zwischen denen eine Lücke bei mittleren Proportionen klafft. Dabei scheint es sich um eine Spezialisierung auf verschiedene Bereiche des Beutespektrums zu handeln, ergaben Fütterungsexperimente mit zehn Schneckenarten.
Kräftig gebaute Käfer waren erfolgreich, wenn die Schnecken keine allzu dicke Gehäusewand aufwiesen. Ihre schlanken Vettern wurden dagegen nur durch sehr enge Gehäuseöffnungen aufgehalten. Der kritische Faktor für die Ernährungsstrategie ist der von Kiefern und Kiefermuskulatur beanspruchte Raum, vermuten die Forscher: Ein großer Kauapparat, und der Käferkörper passt nicht mehr durch die Gehäuseöffnung. Ein kleiner Kauapparat, und schon ein mäßig robustes Gehäuse hält den Kiefern stand.
Forschung: Junji Konuma und Satoshi Chiba, Department of Ecology and Evolutionary Biology, Graduate School of Life Sciences, University of Tohoku, Sendai
Veröffentlichung American Naturalist, Vol. 170, pp 90-100, DOI 10.1086/518182
WWW:
Biological Institute, Tohoku University
Chiba Lab
Carabidae
Giant Carabid
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