Galaxie blitzt zwei Mal
27. Juni 2007 | Druckversion
Eine Beobachtung mit Seltenheitswert ist dem amerikanischen Forschungssatelliten Swift gelungen. Binnen 17 Tagen erspähte er zwei Supernovae in einer bislang eher unauffälligen Galaxie.
Die zeitliche Koinzidenz der beiden Supernovae ist wahrscheinlich auf die Beobachtungsgeometrie zurückzuführen. Bild: Stefan Immler NASA/GSFC, Swift Science Team
“In den meisten Galaxien kommt es alle 25 bis 100 Jahre zu einer Supernova”, erklärt Stefan Immler vom Goddard Space Flight Center der NASA. Doch nicht nur der kurze zeitliche Abstand zwischen den beiden Ereignissen sei bemerkenswert. Auch die Tatsache, dass die beiden Supernovae unterschiedlichen Typs gewesen seien, mache sie aus astronomischer Sicht interessant.
Die beiden Sternexplosionen ereigneten sich in einer Galaxie mit der Bezeichnung MCG +05-43-16, gut 380 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt im Sternbild Herkules gelegen. Am 19. Mai dieses Jahres registrierte Swift das Aufblitzen der Supernova 2007ck in der Galaxie, schon am 4. Juni folgte die Supernova 2007co.
Erstere gehört zum Typ II und geht auf den Kollaps eines sehr massereichen Sterns zurück, der seinen Treibstoff aufgebraucht hat. Letztere ist dagegen vom Typ Ib: In diesem Fall hatte ein Weißer Zwerg, gewissermaßen die “Asche” eines ausgebrannten Sterns, nachträglich so viel Brennstoff von einem Begleiter abgezogen, um doch noch als Supernova explodieren zu können.
Trotz der zeitlichen Koinzidenz bestehe wohl keine Beziehung zwischen den beiden Ereignissen, betont Immler. Die beiden explodierten Sterne lägen einige zehntausend Lichtjahre auseinander. Beobachter vor Ort würden sie daher im Abstand von vielen Jahrtausenden aufblitzen sehen.
Forschung: Stefan Immler, Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; und andere
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