Spinnenseide als Vorbild für Transportkapseln
25. Juni 2007 17:29 Drucken
Winzige Kapseln für den Transport von Wirkstoffen haben Biotechnologen der Technischen Universität München entwickelt. Die Wirkstoffe können nach Aussage der Forscher in einer speziellen Emulsion innerhalb von Sekunden verpackt werden. Zum Einsatz kommt ein Protein, das den Spinnfaden-Eiweißen nachgebildet ist.
Foto: Lehrstuhl für Biophysik der TU München
Zu verpackende Wirkstoffe müssen zuerst mit den Protein-Molekülen in einem Wassertröpfchen gelöst werden. Dann emulgierten die Biophysiker die Tröpfchen in einem Öl. Bei diesem Prozess bildet sich zwischen den beiden Phasen eine Grenzfläche. Die Seidenproteine formieren sich dort zu einem nur wenige Nanometer dünnen Film.
Es entstünden Mikrokapseln, die hochelastisch und gegen osmotischen Druck nahezu immun seien, sagen die Forscher. Weil die Kapseln für das menschliche Immunsystem unsichtbar seien, könnten sie Arzneimittel präzise im Körper transportieren. Das Freisetzen der transportierten Substanz könne durch natürliche Enzyme erfolgen. Diese bauten die Schutzhülle von außen ab – ein chemischer Prozess, der sich gezielt verzögern lasse.
Die Entwickler um Andreas Bausch und Thomas Scheibel stellen ihr Verfahren in der Fachzeitschrift “Advanced Materials” vor. Sie glauben, mit Hilfe der Kapseln nicht nur Medikamente präzise im Körper an ihr Ziel steuern zu können. Andere mögliche Anwendungen seien etwa die Einkapselung von Geschmacks- oder Wirkstoffen in Lebensmitteln.
Forschung: K. D. Hermanson, D. Huemmerich, T. Scheibel, A. R. Bausch, in Advanced Materials, Online-Veröffentlichung 20.6.2007, DOI: 10.1002/adma.200602709
WWW:
Arbeitsgruppe Bausch, Biophysik an der TU München
“Fiberlab” – Biotechnologie an der TU München
Abstract in “Advanced Materials”
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