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Harz hält Ameisen gesund

Donnerstag, 21. Juni 2007, 11:48 • Rubrik Biologie, Chemie.

Ameisen wappnen sich mit einem natürlichen Antibiotikum gegen Krankheitserreger. Das haben Schweizer Forscher nachweisen können. Indem Waldameisen kleine Harzbröckchen unter ihr Nestmaterial mischen, erhöht sich ihre Überlebensrate in Gegenwart pathogener Bakterien und Pilze.

Foto: Nahaufnahme einer Waldameise auf einem Untergrund aus Rindenteilchen und Harzstücken

Waldameisen setzen pflanzliche Abwehrkünste für ihre Zwecke ein. Foto: Christian Bernasconi/SNF

Angesichts des sprichwörtlichen Gewimmels und der feucht-warmen Bedingungen im Ameisenhaufen sei ein solcher Schutzmechanismus von großer Bedeutung, erläutern die Forscher um Michel Chapuisat von der Universität Lausanne. “Unsere Resultate demonstrieren, dass das soziale Leben, während es die Exposition gegenüber Parasiten erhöht, gleichzeitig auch neuartige und effiziente Verteidigungsmethoden eröffnet.”

Waldameisen der Art Formica paralugubris sammeln Klümpchen von Fichtenharz und verteilen diese in ihren Nestern. Bereits vor einigen Jahren hatten Chapuisat und Kollegen zeigen können, dass dadurch die Parasitenlast in den Ameisenhaufen sinkt. Mit Hilfe von Laborexperimenten konnten die Forscher nun erstmals nachweisen, dass die duftenden Harzstücke der Gesundheit des Ameisenvolks zuträglich sind.

Konfrontiert mit dem Bakterium Pseudomonas fluorescens, verdoppelte sich die Überlebensrate von ausgewachsenen Tieren, wenn das Testgefäß etwas Harz enthielt. Bei Tests mit besonders empfindlichen Ameisenlarven schützte der pflanzliche Wundverband zusätzlich vor dem pathogenen Pilz Metarhizium anisopliae, berichtet die Gruppe im Fachblatt “Proceedings of the Royal Society B”.

Auf welche Weise das Harz im Ameisenhaufen seine Wirkung entfalte, etwa über direkten Kontakt oder über leicht flüchtige Inhaltsstoffe, sei derzeit noch unklar, schreiben Chapuisat und Kollegen. Des ungeachtet sei der Schutzeffekt “für die Produktivität und das Fortbestehen von Waldameisen-Kolonien wahrscheinlich von großer Bedeutung”. Die pflanzlichen Abwehrkünste machen sich möglicherweise auch Singvögel und Bienen zunutze, die ihre Nester mit duftenden Kräutern bestücken bzw. mit einer Harzmasse abdichten.

Forschung: Michel Chapuisat, Anne Oppliger, Pasqualina Magliano und Philippe Christe, Département d’écologie et évolution und Institut universitaire romand de santé au travail, Université de Lausanne

Veröffentlichung Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, DOI 10.1098/rspb.2007.0531

WWW:
Groupe Chapuisat, Uni Lausanne
Waldameisen
Harz
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