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Gesucht: Kandidaten für simulierte Marsmission

20. Juni 2007 |

Illustration: Astronaut in dickem weißem Schutzanzug samt Rucksack klettert die Leiter einer Fähre hinab, die auf einem rotbraunen Untergrund gelandet ist; rötlicher HimmelSollten Menschen eines Tages zum Mars fliegen, sind sie auf der Reise viele Monate lang in ihrem Raumfahrzeug eingesperrt. Welche Probleme dabei auftreten und wie sie sich lösen lassen, will die europäische Raumfahrtagentur ESA im Rahmen einer 520 Tage währenden Simulation studieren. Motivierte Freiwillige sind ausdrücklich zur Bewerbung aufgerufen.

Bis der erste Mensch seinen Fuß auf den Mars setzt, gibt es noch einige Herausforderungen zu meistern. Bild: ESA

“Unser Hauptinteresse liegt in der psychologischen Seite solch einer Mission”, erklärt Marc Heppener vom ESA-Raumfahrtdirektorat. Die Astronauten seien nicht auf vergleichsweise engem Raum eingesperrt. “Sie wissen, dass sie bei Auftauchen eines Problems auf sich gestellt sind und dass sie es allein lösen müssen. Die einzige verfügbare Hilfe von außen liegt in der Kommunikation mit bis zu 40 Minuten Verzögerung.”

Wie sich die monatelange Routine einerseits und Notfälle andererseits auswirken, will die ESA gemeinsam mit einem Forschungsinstitut in Moskau untersuchen. Ausgestattet mit einem Vorrat an Nahrungsmitteln und Wasser, werden die Probanden in ein Konstrukt aus mehreren, miteinander verbundenen Metallkammern eingesperrt. In diesem “Raumschiff” mit rund 200 Quadratmetern Grundfläche absolvieren sie sämtliche Phasen einer Marsmission - inklusive der Landung auf dem roten Planeten und einer Erkundung seiner Oberfläche.

Den Anfang sollen ab Mitte 2008 ein bis zwei Vorstudien von 105 Tagen Dauer machen, erst dann wird die 520 Tage währende Hauptsimulation in Angriff genommen. Ebenso hochmotivierte wie gesunde Männer und Frauen mit guten Englisch- und Russischkenntnissen und einer Ausbildung im biologisch-medizinischen oder technischen Bereich können sich noch bis Ende September diesen Jahres bewerben. Besonderer Wert wird bei der Auswahl auf psychische Stabilität und Stressresistenz gelegt.

Forschung: ESA Directorate of Human Spaceflight, Noordwijk; Institute of Biomedical Problems, Moskau

WWW:
ESA
- Call for Candidates
Institute of Biomedical Problems

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