Posted in: Raumfahrt 19. Juni 2007 11:32 Weiter lesen →

Grünes Licht für Hubble-Nachfolger

Während das Weltraumteleskop Hubble einer letzten Wartungsmission entgegenblickt, ist der Bau seines Nachfolgers beschlossene Sache. Die europäische Weltraumbehörde ESA und ihre amerikanische Schwester NASA haben auf der Luft- und Raumfahrtmesse in Paris ein Abkommen unterzeichnet, das die Zusammenarbeit beim James-Webb-Weltraumteleskop regelt. Der Start ist für das Jahr 2013 vorgesehen und soll mit einer Ariane-Rakete erfolgen.

Modell des Teleskops mit 'blätterteigartigem' Sonnenschirm, darauf der große Hauptspiegel; vor dem Modell posiert eine größere Menschengruppe; im Hintergrund eine Parklandschaft mit Herrenhaus

Ein großer „Sonnenschirm“ soll das James Webb Space Telescope – hier ein lebensgroßes Modell samt dem kompletten Entwicklerteam – vor störenden Einflüssen schützen. Foto: Fennell Photography

Ausgestattet mit einem 6,5 Meter weiten Hauptspiegel, wird „James Webb“ deutlich größer sein als „Hubble“. Zudem soll es vorrangig im Infrarot-Bereich arbeiten. Auf diese Weise könne es besonders tief in die Vergangenheit des Kosmos und in die Kinderstuben von Planetensystemen blicken, erläutert Oliver Krause vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie. „Sterne und Planeten werden im Innern dichter Gas- und Staubwolken geboren, was sich am besten im Infraroten beobachten lässt.“

Eine Reihe von Maßnahmen soll dafür sorgen, dass die drei Hauptinstrumente des Teleskops auch extrem schwache Infrarotstrahlung aus den Tiefen des Alls registrieren können. Einerseits wird das Teleskop auf minus 230 Grad Celsius abgekühlt, andererseits wird es durch einen „Schutzschild“ von der Größe eines Tennisplatzes gegen die Sonne und gegen die Wärmestrahlung von Erde und Mond abgeschirmt. Schließlich wird es auch nicht in der Erdumlaufbahn platziert, sondern in gut 1,5 Millionen Kilometern Entfernung in deren Schatten, am Lagrange-Punkt L2.

Fünf bis zehn Jahre soll „James Webb“ auf diesem Außenposten verbleiben und Astronomen neue Einsichten in die Entwicklung des Alls ermöglichen. Die Kosten in Höhe von schätzungsweise 3,7 Milliarden Euro teilen sich Europa, die Vereinigten Staaten und Kanada. Der europäische Anteil wird bei etwa 15 Prozent liegen.

WWW:
James Webb Space Telescope
Hubble Space Telescope
Lagrange-Punkte
Max-Planck-Institut für Astronomie

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