Erobert der Stör die Oder zurück?
14. Juni 2007 |
Die ersten von 2.000 Jungstören sind heute auf deutscher Seite in die Oder gesetzt worden. Die Fische könnten den Grundstock für eine Störpopulation in der Ostsee und ihren Zuflüssen bilden, hoffen Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Jungstör mit Sender. Foto: IGB
Die Wissenschaftler haben die Jungstöre bei Hohensaaten in die Oder entlassen. Sie erwarten, dass sich die Tiere im Unteren Odertal mit seinem Nationalpark und dem polnischen Landschaftsschutzpark ansiedeln. Die Region ist die letzte großräumige Überflutungsaue Mitteleuropas. Sie soll die Kinderstube für die jungen Störe werden.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Störe in Oder und Ostsee wegen intensiver Fischerei, Gewässerverbauung und Wasserverschmutzung stark zurückgegangen. Der heute ausgesetzte Ostseestör (Acipenser oxyrinchus) gilt in seinem ursprünglichen Lebensraum seit langem als verschollen.
Langfristig sollen die heimischen Störarten ihren Bestand selbst reproduzieren. Der Stör könnte als Leit- und Indikatorart für naturnahe Gewässer auch in anderen deutschen Flüssen und Meeresgebieten wieder aufgebaut werden, hoffen die Forscher.
Der heutige Besatz ist Teil eines deutsch-polnischen Wiederansiedlungsprojektes. Es wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.
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Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
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