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Gute Väter prägen ihre Töchter

Mittwoch, 13. Juni 2007, 9:02 • Rubrik Anthropologie, Psychologie.

Die Erfahrungen in der Kindheit können die Partnerwahl in späteren Jahren beeinflussen, haben polnische und britische Forscherinnen ermittelt. Frauen finden demnach solche Männer besonders attraktiv, die ihren eigenen Vätern ähnlich sehen. Das gilt allerdings nur dann, wenn sie als Kind eine gute, innige Beziehung zum Vater hatten.

Portraitaufnahme eines Mannes; darin eingezeichnet die vermessenen Abstände

Für den Gesichtervergleich wurden insgesamt 15 Gesichtsmerkmale vermessen. Bild: Wiszewska et al./Evolution and Human Behavior

Ob dieses Phänomen Teil einer evolutionären Strategie sei oder schlicht auf einem Lerneffekt beruhe, sei derzeit noch unklar, erklärt Linda Boothroyd von der University of Durham. Seine Existenz zeige jedoch, dass sich das Gehirn von den Erfahrungen der Vergangenheit leiten lasse, wenn es Prototypen idealer Partner erzeuge.

Gemeinsam mit Agnieszka Wiszewska und Bogusław Pawłowski von der Universität Breslau (Wrocław) testete Boothroyd die Gesichtspräferenzen von 49 polnischen Frauen im Alter von 15 bis 34 Jahren. Diese sollten aus Fotos von 15 Männern, auf denen Haare, Hals und Ohren abgedeckt waren, das ihnen am attraktivsten erscheinende auswählen. Anhand von 15 Merkmalen, etwa dem Verhältnis von Nasenbreite zu Nasenlänge oder dem “Vorstehen” der Wangenknochen, verglichen die Forscherinnen jeweils das favorisierte Gesicht mit dem des Vaters.

Insgesamt ließ sich kein Zusammenhang zwischen den Gesichtsmerkmalen erkennen, berichtet die Gruppe im Fachblatt “Evolution and Human Behavior”. Das änderte sich jedoch, wenn nur jene 24 Frauen mit den besten Kindheitserinnerungen an den Vater betrachtet wurden. In der Mund-Nase-Partie wies das jeweils als besonders attraktiv eingestufte Gesicht nun deutliche Ähnlichkeit mit dem väterlichen Gesicht auf: Hatte der Vater beispielsweise eine eher knollige oder eine eher schmale Nase, spiegelte sich dies in den Vorlieben seiner Tochter wieder.

Forschung: Agnieszka Wiszewska und Bogusław Pawłowski, Department of Anthropology, University of Wrocław, und Institute of Anthropology, Polish Academy of Sciences, Wrocław; Lynda G. Boothroyd, Department of Psychology, University of Durham, Durham

Veröffentlichung Evolution and Human Behavior, DOI 10.1016/j.evolhumbehav.2007.02.006

WWW:
Anthropologie, Universität Wrocław
Boothroyd Lab, University of Durham
faceresearch.org
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Schön gerechnet


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