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Schwimmende Tang-Teppiche aus dem All erspäht

Donnerstag, 7. Juni 2007, 14:09 • Rubrik Biologie, Klima, Umwelt.

Im Nordatlantik, aber auch in anderen Teilen der Ozeane, bilden schwimmende Braunalgen dichte Teppiche. Mit Hilfe des europäischen Umweltsatelliten Envisat haben kanadische und amerikanische Forscher solche Gebilde nun erstmals aus dem All aufspüren können. Ihre Resultate können helfen, mehr über die weltweite Verteilung der Algen und ihre Rolle im Kohlenstoffkreislauf in Erfahrung zu bringen.

Envisat-Aufnahme zeigt die Meeresoberfläche in tiefblau, Küsten und einige Inseln in schwarz und lange, grün-gelbe Sargassumstränge

Sargassum-Algen bilden lange, an der Meeresoberfläche treibende Teppiche. Bild: ESA

Zur Gattung Sargassum gehörend, halten sich die Algen mit Hilfe blasenförmiger Auftriebskörper an der Meeresoberfläche. “Normalerweise werden sie mit jenem Bereich des Nordatlantiks in Verbindung gebracht, der als Sargassosee bekannt ist”, erklärt Jim Gower vom Canadian Institute of Ocean Sciences. Der Nachweis langer Sargassum-Teppiche im westlichen Golf von Mexiko zeige, “dass sie in diesem Gebiet und zu dieser Jahreszeit einen beträchtlichen Anteil der marinen Primärproduktion repräsentieren”.

Gower und Kollegen nutzten Daten des MERIS-Instruments an Bord von Envisat. Das Instrument registriert das von der Erdoberfläche zurückgeworfene Licht bei verschiedenen Wellenlängen. In diesem Fall nutzten die Forscher die Bereiche um 665, 681 und 709 Nanometer, um die optische Signatur des grünen Photosynthese-Pigments Chlorophyll a zu erfassen. Auf diese Weise konnten sie die typischen, kilometerlangen Sargassum-Teppiche nachweisen.

Sargassum-Algen nehmen im Rahmen der Photosynthese Kohlendioxid auf und binden es in Form von Biomasse. Zudem sind sie der Lebensraum für eine ganze Reihe von Fischen, Krebsen und anderen Tieren, die teils erstaunliche Anpassungen an ihr im Meer treibendes Zuhause entwickelt haben. Ähnlich manchen Stabheuschrecken und Raupen im Laub, lassen sich beispielsweise einige Sargassum-Fische kaum noch vor dem Algenhintergrund erkennen, solange sie sich nicht bewegen.

Forschung: Jim Gower und Stephanie King, Canadian Institute of Ocean Sciences, Fisheries and Oceans Canada, Sidney, British Columbia; Chuamin Hu, College of Marine Sciences, University of South Florida, Tampa

WWW:
Canadian Institute of Ocean Sciences
Envisat
Die Sargasso-See
Sargassum and Open Water Surface Communities

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Eine Weide im Meer


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