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Klimawandel: Palmen ziehen nach Norden

6. Juni 2007 |

Die Klimaveränderungen der letzten Jahre haben einer asiatischen Palme den Einzug in Europa ermöglicht. Das haben deutsche, französische und schwedische Forscher herausgefunden. Erst dank milderer Winter konnte eine aus Asien stammende Palme im Alpenraum Fuß fassen - im Freiland, außerhalb von Pflanzenkübeln und geschützten Gärten.

Foto: Einige Palmen mit gefiederten Blättern in einem hellen, noch wenig belaubten Wald

Dank relativ milder Winter kann sich die aus Asien stammende Hanfpalme in der Schweiz ausbreiten. Foto: Gian-Reto Walther

Als Folge findet sich am Südfuß der Alpen, im Grenzbereich zwischen Schweiz und Italien, die weltweit nördlichste, im Wald wachsende Population der Hanfpalme Trachycarpus fortunei. Gartenfreunden als relativ frosthart bekannt, lebt sie in nördlichen Gefilden schon seit vielen Jahren in menschlicher Obhut. Aber erst seit kurzem kann sie sich aus eigener Kraft gegen die Konkurrenz einheimischer Pflanzen durchsetzen, berichten Gian-Reto Walther von der Universität Bayreuth und seine Kollegen im Fachblatt “Global Ecology and Biogeography”.

Um die verantwortlichen Faktoren zu identifizieren, analysierte die Gruppe zunächst die klimatischen Bedingungen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Hanfpalme. Überleben und Verjüngung der Pflanze hängen demnach im besonderen Maße von den Tiefsttemperaturen im Winter und der Länge der Wachstumssaison ab. Verknüpften die Forscher dieses Wissen mit Daten über die Klimaveränderungen in der Südschweiz, konnten sie die Etablierung des Exoten problemlos nachvollziehen.

Dieses Resultat spreche gegen die Ansicht, dass die Palme ohnehin früher oder später aus Gärten und Parks ausgebrochen wäre, schreiben Walther und Kollegen. “Daraus folgt wiederum, dass sich die rasche Ausbreitung auch in Zukunft, in einem immer wärmeren Klima, fortsetzen wird.” Palmen im Allgemeinen und Trachycarpus fortunei im Speziellen komme damit eine wichtige Rolle als Bioindikatoren für den Klimawandel zu.

Forschung: Gian-Reto Walther und Silje Berger, Lehrstuhl für Pflanzenökologie, Universität Bayreuth, und Institut für Geobotanik, Universität Hannover; Martin T. Sykes, Geobiosphere Science Centre, Lund University; und andere

Veröffentlichung Global Ecology and Biogeography, DOI 10.1111/j.1466-8238.2007.00328.x

WWW:
Homepage der Bayreuther Arbeitsgruppe
Klimawandel im Alpenraum
Projekt ALARM
Chinesische Hanfpalme

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Klimawandel bedroht europäische Flora
Stachliger Bote des Klimawandels

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