Posted in: Ernährung, Gesundheit, Sport 5. Juni 2007 06:01 Weiter lesen →

Sport bremst den Appetit

Sport hält nicht allein dadurch schlank, dass er den Energieumsatz in die Höhe treibt. Britische Forscherinnen haben im Rahmen einer kleinen Studie beobachtet, dass moderate körperliche Aktivität vorübergehend auch die Spiegel mehrerer „Hunger-Hormone“ beeinflusst. Als Folge aßen die Studienteilnehmer etwas weniger, als ihnen eigentlich zustand.

„In der Vergangenheit gab es die Befürchtung, dass Sport zwar die Energieverbrennung ankurbelt, die Leute danach aber auch mehr essen würden“, erklärt Denise Robertson von der University of Surrey. „Dies würde die potenziellen Effekte auf das Körpergewicht zunichte machen.“ Die neuen Resultate widersprächen dieser Ansicht jedoch, so die Physiologin.

An zwei Versuchstagen servierten Robertson und Kolleginnen zwölf Männern und Frauen ein standardisiertes Frühstück. Drei Stunden später durften sich die Teilnehmer nach Herzenslust an einem Buffet bedienen. An einem Versuchstag absolvierten sie zwischenzeitlich ein lockeres, einstündiges Fahrradtraining. An beiden Tagen bestimmten die Forscherinnen mehrmals die Spiegel verschiedener, von den Verdauungsorganen ausgeschütteter Hormone. Zudem berechneten sie peinlich genau die Energiebilanz der Teilnehmer.

Wie die Gruppe im „Journal of Endocrinology“ berichtet, hatte das Training keinerlei Effekt auf das appetitsteigernde Hormon Ghrelin. Die Spiegel der tendenziell appetitzügelnden Hormone PYY, GLP-1 und PP (Polypeptide YY, Glucagon-like Peptide 1 und Pancreatic Polypeptide) stiegen dagegen im Laufe des Trainings und blieben teils bis zur nächsten Mahlzeit erhöht. Auch verspürten die Teilnehmer während des Trainings ein schwächeres Hungergefühl.

Am Buffet bedienten sich die Teilnehmer am Trainingstag dennoch ausgiebiger als am trainingsfreien Versuchstag, beobachteten die Forscherinnen. Die Energieaufnahme betrug hier 913 bzw. 762 Kilokalorien. Wurde die zwischenzeitlich „verbrannte“ Energiemenge von 492 bzw. 197 Kilokalorien berücksichtigt, ergab sich für den Trainingstag jedoch ein um 144 Kilokalorien geringerer Bilanzwert. Die Ergebnisse bestätigten den positiven Einfluss körperlicher Aktivität auf Figur und Gesundheit, so Robertson.

Forschung: Catia Martins und M. Denise Robertson, School of Biomedical and Molecular Sciences, University of Surrey, Guildford; und andere

Veröffentlichung Journal of Endocrinology, Vol. 193, pp 251-8, DOI 10.1677/JOE-06-0030

WWW:
School of Biomedical and Molecular Sciences, U Surrey
Moleküle regulieren das Gewicht
Körper in Bewegung
Adipositas

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