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Wie Schwangere ihre Babys stressen

31. Mai 2007 |

Wenn eine werdende Mutter Stress ausgesetzt ist, bekommt dies auch ihr ungeborenes Kind mit. Diese Ansicht bekräftigt eine Untersuchung, die britische Medizinerinnen an 267 Frauen durchgeführt haben. Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat enthielt das Fruchtwasser umso mehr Cortisol, je höher der Spiegel des Stresshormons im Blut der Mutter war.

Dieses Phänomen stehe im Einklang mit Beobachtungen an Mensch und Tier, denen zufolge mütterlicher Stress die Entwicklung ihres Nachwuchses beeinflussen könne, erläutert Pampa Sarkar vom Imperial College London. Wahrscheinlich gehe von der Mutter produziertes Cortisol durch die Plazenta in das Fruchtwasser über löse dort eine Reaktion des Fötus aus, schreiben die Forscherin und ihre Kolleginnen im Fachblatt “Clinical Endocrinology”.

Die Gruppe analysierte Proben von Fruchtwasser, die bei Punktionen der Fruchtblase zur genetischen Untersuchung des Fötus gewonnen worden waren. Der Cortisolspiegel in diesen Proben stieg mit der Dauer der Schwangerschaft und mit der Tageszeit und war umso niedriger, je jünger die Mutter war. Ab der 17. Schwangerschaftswoche wurde ein weiterer Effekt erkennbar: Der Wert stieg nun auch mit dem Cortisolspiegel im mütterlichen Blut.

“Eine der Phasen, in denen wir besonders empfänglich für Umwelteinflüsse sind, ist während der Entwicklung als Fötus im Mutterleib”, so Sarkar. “Nun gilt es, im Detail zu klären, auf welche Weise mütterlicher Stress das Ungeborene beeinflusst und ob sich dies bis in die Kindheit auswirkt.”

Forschung: Pampa Sarkar, Kristin Bergman und Vivette Glover, Institute of Reproductive and Developmental Biology, Imperial College London, und Centre for Foetal Care, Queen Charlotte’s and Chelsea Hospital, London; und andere

Veröffentlichung Clinical Endocrinology, Vol. 66(5), pp 636-40, DOI 10.1111/j.1365-2265.2007.02785.x

WWW:
Fetal and Neonatal Stress Research Group, Imperial College London
Cortisol

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