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Mehr Information aus Fingerabdrücken

16. Mai 2007 20:21

Fingerabdrücke helfen beim Überführen eines Verdächtigen, nicht jedoch bei der Fahndung. Das könnte sich künftig ändern, sind englische Chemiker überzeugt. Mit Hilfe von Antikörpern gelang es ihnen, in den feinen Abdrücken der Fingerkuppen ein Stoffwechselprodukt des Nikotins nachzuweisen - und so zwischen Rauchern und Nichtrauchern zu unterscheiden.

Dank der großen Palette möglicher Antikörper könne die Technik zahlreiche Details über den Menschen hinter einem Fingerabdruck offenbaren, schreibt die Gruppe um David Russell von der University of East Anglia im Fachblatt “Angewandte Chemie”. Und auch Dopingfahndern und Ärzten könne sie vielleicht gute Dienste leisten.

Fingerabdrücke sind ein Stempelbild der feinen Hautleisten auf den Fingerkuppen. Als “Stempelfarbe” fungiert neben Talg auch Schweiß, der in seiner Zusammensetzung große Ähnlichkeit mit dem Blut aufweist. Insbesondere enthält er Spuren von Medikamenten bzw. Drogen und deren Stoffwechselprodukten. Für ihre Versuche spickten Russell und Kollegen wenige Nanometer große Goldpartikel mit Antikörpern gegen Cotinin - ein Abbauprodukt des Nikotins.

Die Chemiker behandelten ein Glasplättchen, das ein Raucher in den Fingern gehabt hatte, mit den so präparierten Nanopartikeln. Brachten sie die Antikörper schließlich zum Fluoreszieren, leuchtete tatsächlich ein Abbild der Hautleisten auf, das sogar einzelne Schweißporen zeigte. Wurden die Antikörper nicht an Partikel geheftet und damit gebündelt, war das Bild dagegen zu diffus, um Details erkennen zu können. Und stammte der Abdruck von einem Nichtraucher, zeigte sich keinerlei Fluoreszenz auf dem Glas.

Die Resultate demonstrierten, wie sich die im Fingerabdruck enthaltene Informationsfülle nutzen lasse, folgern Russell und Kollegen. “Wir gehen davon aus, dass diese Technik ebenfalls für Reihentests an Sportlern und für den Nachweis von Biomarkern im Rahmen medizinischer Diagnosen angewandt werden kann.”

Forschung: Richard Leggett, Emma E. Lee-Smith und David A. Russell, School of Chemical Sciences and Pharmacy, University of East Anglia, Norwich; Sue M. Jickells, Department of Forensic Science and Drug Monitoring, King’s College London

Veröffentlichung Angewandte Chemie, Vol. 119(22), pp 4178-81, DOI 10.1002/ange.200700217

WWW:
Homepage David Russell
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