Posted in: Anthropologie, Kultur, Psychologie 9. Mai 2007 05:01 Weiter lesen →

Schönheit hat ihren Wert

Der Anblick attraktiver Menschen hat einen handfesten Wert. Was Verleger von Wochenblättchen und Hochglanzmagazinen schon lange wissen, haben amerikanische Neurowissenschaftler nun auch im Labor nachvollziehen können. Ihre Versuchsteilnehmer nahmen einige Mühen und sogar Geldverlust in Kauf, um Fotos schöner Personen betrachten zu können.

Ein ganz ähnliches Verhalten könne man bei Menschen und auch bei Tieren beobachten, wenn es um Geld oder Nahrung gehe, schreiben die Forscher um Benjamin Hayden von der Duke University in den „Proceedings of the Royal Society“. Offenbar seien in allen drei Fällen die gleichen ökonomischen Prinzipien anwendbar.

Hayden und Kollegen konnten vierzig heterosexuelle Studierende für eine Reihe von Versuchen gewinnen, bei denen auf einem Computerbildschirm Bilder von Vertretern des jeweils anderen Geschlechts erschienen. Unter anderem wurden die Teilnehmer vor die Wahl gestellt, sofort das Foto einer mäßig ansprechenden oder mit etwas Verzögerung das Bild einer sehr schönen Person gezeigt zu bekommen. Gerne nahmen die Männer etwas Wartezeit in Kauf, während die Frauen äußerliche Schönheit kaum aufzurechnen schienen.

Auch der nächste Versuch stellte die Teilnehmer vor die Wahl – dieses Mal zwischen einem grauen Rechteck und fünf Cent Belohnung oder einem Foto und drei bis sieben Cent Belohnung. Während die Männer einen geringeren Gewinn akzeptierten, um eine schöne Frau betrachten zu können, zahlten die Frauen dafür, keine unattraktiven Männer anschauen zu müssen. Beim letzten Versuch schließlich, vollführten beide Geschlechter umständliche Tastendrücke, um erneut das Bild eines attraktiven Menschen sehen zu können. Wieder war der Einsatzwille der Männer stärker ausgeprägt.

Laut Hayden und Kollegen stehen die Resultate im Einklang mit der Hypothese, dass die äußere Erscheinung für Männer von größerer Bedeutung ist als für Frauen. In dieser Hinsicht unterschieden sich die Fotos allerdings von Geld und Nahrung, die für beide Geschlechter ähnlich wichtig seien.

Forschung: Benjamin Y. Hayden, Purak C. Parikh, Robert O. Deaner und Michael L. Platt, Department of Neurobiology, School of Medicine, und Department of Biological Anthropology and Anatomy, Duke University, Durham, North Carolina

Veröffentlichung Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences, DOI 10.1098/rspb.2007.0368

WWW:
Homepage Benjamin Hayden
beautycheck.de
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