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Supernova mit Tiefgang

Dienstag, 8. Mai 2007, 11:30 • Rubrik Astronomie.

Eine höchst ungewöhnliche Sternexplosion haben amerikanische Astronomen beobachtet. Die Supernova in einer fernen Galaxie war nicht nur heller als alle früher gesehenen. Sie scheint auch auf einen bislang nur theoretisch vermuteten Mechanismus zurückzugehen, wie er in der Frühzeit des Universums an der Tagesordnung gewesen sein könnte.

Zeichnung: Explosion, aus dem Zentrum in alle Richtungen spritzende Teilchen, ein Kranz gelblicher Wolken, schwarzer Hintergrund

Bei der Supernova SN 2006gy könnte es auch den Kern des Sterns zerrissen haben. Illustration: NASA/CXC/M.Weiss

Die Supernova mit der Katalognummer SN 2006gy war im September letzten Jahres im Sternbild Perseus bemerkt worden. Erst zehn Wochen später erreichte sie ihre größte Helligkeit und strahlte dann noch drei Monate lang heller als alle früheren Pendants. Nathan Smith von der University of California in Berkeley und seine Kollegen nutzten mehrere Teleskope am Erdboden und im All, um das Geschehen eingehend zu studieren.

“Dies war eine wahrhaft monströse Explosion, einhundert Mal energiereicher als eine typische Supernova”, erklärt Smith. “Das bedeutet, dass der explodierte Stern so viel Masse besessen haben könnte wie nur irgend möglich – etwa 150 Mal so viel wie unsere Sonne.” Wenn im Innern derart massereicher Sterne der Brennstoff aufgebraucht ist, sackt ihre Hülle schlagartig zusammen und wird von der resultierenden Schockwelle kurz darauf ins All gesprengt.

Zurück bleibt stellare “Asche” in Form eines Schwarzen Lochs oder Neutronensterns – normalerweise. In diesem Fall könnte es auch den Kern zerrissen haben, glauben Smith und Kollegen. Sie vermuten, dass sich energiereiche Gammaphotonen im Innern des Sternriesen in Paare von Teilchen und Antiteilchen umwandelten, meist Elektronen und Positronen. Damit sank der Strahlungsdruck im Kern und die äußeren Schichten konnten so weit nach innen sacken, dass die nachfolgende Explosion den gesamten Stern entzwei sprengte.

Astronomen gehen davon aus, dass es im jungen, an schweren Elementen armen Universum sehr viel mehr extrem massereiche Sterne gab als heute. Diese Riesen könnten auf ähnliche Weise explodiert sein wie der Vorgängerstern von SN 2006gy, so die Forscher.

Forschung: Nathan Smith, Weidong Li, Dave Pooley und Alexei V. Filippenko, Astronomy Department, University of California, Berkeley; J. Craig Wheeler und Robert Quimby, Department of Astronomy, University of Texas, Austin; und andere

Zur Veröffentlichung eingereicht bei Astrophysical Journal; Preprint astro-ph/0612617

WWW:
Astronomy Department, UC Berkeley
Supernovae
Die Paarbildung

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