Schulnoten variieren mit Empfängnismonat

7. Mai 2007 12:04

Die schulischen Leistungen eines Kindes schwanken mit dem Monat, in dem es gezeugt wurde. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Forscher auf einer Fachtagung in Toronto. Ihrer Ansicht nach könnte der Effekt auf Umweltfaktoren zurückzuführen sein, die die Entwicklung des kindlichen Nervensystems im Mutterleib beeinflussen.

Für Paul Winchester von der Indiana University zählen in Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzte Pestizide und Nitrate zu den möglichen Faktoren. Die Exposition gegenüber solchen Verbindungen “kann das hormonelle Milieu der schwangeren Mutter und des fötalen Gehirns verändern”, so der Mediziner.

Winchester und Kollegen verknüpften Daten über die Leistungen von Dritt- bis Zehntklässlern an 2.238 Schulen des US-Bundesstaats Indiana mit den jeweiligen Geburtsdaten. In den Monaten Juni bis August gezeugte Kinder schneiden in Mathematik und sprachlichen Fächern demnach schlechter ab als solche, die in anderen Monaten gezeugt wurden.

Die Konzentrationen des Herbizids Atrazin - in Deutschland und anderen europäischen Staaten seit einigen Jahren verboten - und von Nitrat in den Flüssen Indianas waren in den Monaten Mai und Juni dagegen besonders hoch. In diesen beiden Monaten erreichte auch der Anteil von Frühgeburten mit 11,91 Prozent ein Maximum, ergab eine zweite Studie der Gruppe. Am niedrigsten war er mit 10,79 Prozent in den August und September.

Die zeitliche Korrelation stelle noch keinen Beleg für einen kausalen Zusammenhang dar, so Winchester. Es gebe jedoch zahlreiche Hinweise darauf, dass sich Pestizide und Nitrate auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken könnten, etwa durch ihren Einfluss auf die Schilddrüse und das Stickstoffmonoxid-Signalsystem. “Als Neugeborenenmediziner habe ich es mit einer steigenden Zahl von Fehlbildungen und Frühgeburten zu tun, und ich denke, wir müssen uns mit den Auslösern in der Umwelt befassen.”

Forschung: Paul D. Winchester, Department of Pediatrics, School of Medicine, Indiana University, Indianapolis; Ying Jun, Department of Biostatistics, University of Cincinnati, Cincinnati, Ohio; und andere

Präsentation auf dem Pediatric Academic Societies’ Annual Meeting 2007, Toronto; #7130.7 und 7130.8

WWW:
Department of Pediatrics, Indiana University
Pesticides
Stickstoff in der Landwirtschaft

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