Mutation macht Hunde schnell
Montag, 7. Mai 2007, 15:02 • Rubrik Genetik, Medizin.
Rennhunde mit einer Mutation in einem einzigen Gen laufen besonders schnell, haben amerikanische Genetikerinnen ermittelt. Das Gen bremst normalerweise die Teilung von Muskelzellen und damit den Aufbau von Muskelmasse. Seine gezielte Beeinflussung könnte auch menschlichen Sportlern interessant erscheinen, befürchten die Forscherinnen.

Whippets können kurzfristig Geschwindigkeiten von über 60 km/h erreichen. Foto: Tyrone Spady, NHGRI
Ein solches genetisches Doping könnte die Verhältnisse im Sport tiefgreifend verändern, schreibt die Gruppe um Elaine Ostrander von den National Institutes of Health im Fachblatt “PLoS Genetics”. “Angesichts der kaum bekannten Folgen für Gesundheit und Wohlergehen, sollten diese Resultate jedoch nur mit extremer Vorsicht umgesetzt werden.”
Ostrander und Kolleginnen analysierten das Erbgut von 22 Whippets – einer zu den Windhunden gerechneten, schlanken Hunderasse. Vier dieser Tiere wiesen einen bulligen Körperbau mit erhöhter Muskelmasse sowie breitem Hals und Brustkorb auf. Ähnlich muskulöse Wuchsformen sind bereits von Rindern, Mäusen und einem menschlichen Kind mit Mutationen in dem Myostatin-Gen bekannt.
Tatsächlich hatten die “Bullys” von beiden Elternteilen eine mutierte Version des Gens vererbt bekommen, fanden die Forscherinnen. Allerdings schnitten sie weder bei Zuchtschauen noch bei Rennen besonders gut ab. Anders dagegen Whippets, die nur von einem Elternteil die mutierte Genvariante erhalten hatten und äußerlich normal erscheinen: Sie sind in den höchsten Rennklassen besonders stark vertreten, ergaben Analysen von 85 weiteren Tieren – offenbar haben die Züchter die Weitergabe der Mutation nach Kräften gefördert.
Bei anderen, auf Schnelligkeit gezüchteten Rassen wie Greyhounds scheint dies erstaunlicherweise nicht der Fall zu sein, fanden Ostrander und Kolleginnen. Vielleicht sei die Mutation noch zu jung, als dass sie in die andere Rasse hätte getragen werden können. Denkbar sei aber auch, dass sie sich bei den längeren Rennen der Greyhounds negativ auswirke. Zumindest bei Rindern gehe sie mit einem deutlich geringeren Lungenvolumen einher.
Forschung: Dana S. Mosher und Elaine A. Ostrander, NIH-National Human Genome Research Institute, Bethesda, Maryland; und andere
Veröffentlichung PLoS Genetics, DOI 10.1371/journal.pgen.0030079.eor
WWW:
Ostrander Lab
NHGRI Dog Genome Project
Whippet
Das “Schwarzenegger-Gen”
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Sequenziert: Der Hund
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