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Mögliches neues Brustkrebs-Risikogen entdeckt

3. Mai 2007 |

Einem möglichen neuen Risikogen für Brustkrebs sind amerikanische und deutsche Forscher auf der Spur. In den Brustdrüsen von besonders krebsanfälligen Mäusen ist das Gen DMBT1 weniger aktiv als in normalem Gewebe. Auch Gewebe menschlicher Patientinnen enthält geringere Mengen des zugehörigen Proteins, berichtet die Gruppe im “American Journal of Pathology”.

Das Gen war bereits früher im Zusammenhang mit bösartigen Gehirntumoren aufgefallen. “DMBT1 ist ein Krebsgen mit einer ganzen Reihe weiterer interessanter Eigenschaften, es spielt möglicherweise auch bei Infektabwehr und Entzündungsprozessen eine Rolle”, erläutert Jan Mollenhauer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. “Es ist denkbar, dass hohe DMBT1-Spiegel die Zelle besser schützen und damit das Brustkrebsrisiko senken.”

Schätzungsweise 27 Prozent aller Brustkrebserkrankungen gehen auf erbliche Faktoren zurück. In einem Drittel dieser erblichen Fälle sind es Mutationen in drei Genen (BRCA1, BRCA2 und p53), die bei vielen Trägerinnen zum Krebs führen. Die übrigen Fälle dürften in Veränderungen anderer Gene begründet liegen, die jedoch nur bei wenigen Trägerinnen zur Erkrankung führen. Mollenhauer und Kollegen fahndeten nach solchen Risikogenen, indem sie zwei unterschiedlich krebsanfällige Mäusestämme kreuzten. Fündig wurden sie in einer Region auf dem Chromosom 7.

Hatten die Mäuse von beiden Eltern eine bestimmte Variante dieser Region vererbt bekommen, erkrankten sie mit zweimal höherer Wahrscheinlichkeit und zehn Wochen früher als Artgenossen, die nur eine Kopie der Variante trugen. In der Region liegt auch DMBT1 (kurz für “deleted in malignant brain tumors 1″). Tatsächlich wurde das Gen in den Brustdrüsen anfälliger Mäuse weniger rege abgelesen und in Protein übersetzt, noch bevor die Tiere erkrankten. Normales Brustgewebe von Brustkrebspatientinnen enthielt ebenfalls weniger DMBT1-Protein, fanden die Forscher.

“Wichtig ist jetzt, herauszufinden, in welcher Weise DMBT1 der Krebsentstehung entgegenwirkt und wie es bei manchen Menschen zu niedrigen DMBT1-Spiegeln kommt”, so Mollenhauer weiter. Zudem müsse die viele Millionen Basenpaare große Erbgutregion auf weitere, das Krebsrisiko beeinflussende Gene abgeklopft werden.

Forschung: Anneke C. Blackburn und D. Joseph Jerry, Department of Veterinary and Animal Sciences, University of Massachusetts, Amherst; Jan Mollenhauer und Annemarie Poustka, Abteilung Molekulare Genomanalyse, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg; und andere

Veröffentlichung American Journal of Pathology, DOI 10.2353/ajpath.2007.060512

WWW:
Veterinary and Animal Sciences, University of Massachusetts Amherst
Deutsches Krebsforschungszentrum
- Brustkrebs
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