Korallenfische bleiben gern daheim
3. Mai 2007 |
Der Nachwuchs von Korallenfischen legt eine erstaunliche Heimatliebe an den Tag, hat eine internationale Biologengruppe entdeckt. Nachdem sie Wochen oder sogar Monate als Larven im offenen Meer verbracht haben, tauchen demnach gut 60 Prozent der Jungfische wieder in ihrem “Geburtsriff” auf.

Junge Fische kehren gerne in die Riffe vor Kibale Island zurück. Satellitenbild: Copyright Science
Vor der Küste Papua-Neuguineas gelegen, bringt es das untersuchte Korallenriff auf eine Fläche von etwa 30 Hektar. Die neuen Resultate ließen daher vermuten, dass die Fischbestände auch relativ kleiner Meeresschutzgebiete sich selbst erhalten könnten und gleichzeitig andere Gebiete mit Nachwuchs versorgen könnten, schreiben Glenn Almany von der australischen James Cook University und seine Kollegen im Magazin “Science”.
Die Forscher studierten Clownfische (Amphiprion percula) und Falterfische (Chaetodon vagabundus). Die Larven der beiden Arten verbringen im Schnitt elf bzw. 38 Tage im offenen Wasser, bevor sie sich in einem Riff niederlassen. In dieser Zeit könnten sie von der Strömung über weite Strecken verfrachtet werden. Geleitet durch ihre feinen Sinne, scheinen es die meisten jedoch vorzuziehen, sich nicht allzu weit von jenem Riff zu entfernen, in dem schon ihre Eltern ein Auskommen gefunden haben.
Almany und Kollegen fingen insgesamt 300 ausgewachsene Vertreter beider Arten und injizierten ihnen eine Bariumsalzlösung. Verglichen mit dem natürlichen Isotopengemisch, enthielt diese Lösung mehr Barium-137 und weniger Barium-135. Daraufhin setzten die Forscher die Fische wieder aus. Drei Monate später kehrten sie zu dem Riff zurück, fingen 90 frisch eingetroffene Jungfische und untersuchten deren Ohrsteine. Gemessen an der Barium-Isotopenzusammensetzung, wie sie über das Ei von der Mutter an ihren Nachwuchs weitergegeben wird, handelte es sich bei 60 Prozent der Tiere um Heimkehrer.
Immerhin 40 Prozent der Tiere schienen aus anderen Riffen zu stammen. Die Riffe in der Region lägen typischerweise fünf bis 20 Kilometer auseinander, schreiben die Forscher. Neben der erstaunlichen Heimattreue offenbarten die Beobachtungen daher auch, “dass auf solchen Entfernungsskalen ein ökologisch relevanter Larvenaustausch zwischen Populationen stattfinden muss”.
Forschung: Glenn R. Almany und Geoffrey P. Jones, Australian Research Council Centre of Excellence for Coral Reef Studies und School of Marine and Tropical Biology, James Cook University, Townsville, Queensland; und andere
Veröffentlichung Science, Vol. 316, 4. Mai 2007, pp 742-4, DOI 10.1126/science.1140597
WWW:
ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies
Marine Biology and Aquaculture, James Cook University
fishbase.org
- Amphiprion percula, Chaetodon vagabundus
- LarvalBase Photo Archive
Behavioural Capabilities of the Larvae of Coral Reef Fishes
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