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Schildkröte “Lonesome George” vielleicht doch nicht allein

30. April 2007 |

Die Galapagos-Riesenschildkröte “Lonesome George” ist vielleicht doch nicht die letzte ihrer Art. Entsprechende Hinweise hat eine internationale Forschergruppe bei der genetischen Musterung von mehreren Hundert Landschildkröten entdeckt. Eines der untersuchten Tiere ist demnach ein Mischling, dessen Vater zur gleichen Art wie der einsame George gehörte.

Foto: 'Lonesome George' reckt den Kopf; langer faltiger Hals, Hornkiefer mit leichtem 'Überbiss', starres Auge

“Lonesome George” bekommt vielleicht doch noch Gelegenheit zur Arterhaltung. Foto: Alison Llerana/CDRS

Leider handle es sich bei dem Mischling um ein Männchen, berichten die Forscher um Michael Russello von der University of British Columbia-Okanagan im Fachblatt “Current Biology”. Allerdings sei er unter 89 Individuen aus einer Population von über 1.000 Tieren entdeckt worden. Daher ständen die Chancen gut, im Rahmen einer systematischen Suche auch ein Weibchen für die Nachzucht zu finden.

Gut 80 Jahre alt, galt “Lonesome George” bislang als letzter Vertreter der Art Geochelone abingdoni. Die Art stammt von der selten besuchten Galapagos-Insel Pinta. Erst gegen Ende der 60er-Jahre war entdeckt worden, dass die dort lebende Population bedrohlich schrumpfte. Seit 1972 lebt George als vermutlich letzter Vertreter in einer nahe gelegenen Forschungsstation. Alle Bemühungen, ihn mit Weibchen nahe verwandter Arten zu verpaaren, sind jedoch fruchtlos geblieben.

Russello und Kollegen analysierten nun zehn genetische Marker im Erbgut von insgesamt 354 Galapagos-Riesenschildkröten - darunter auch sechs Museumsexemplare aus Georges Verwandtschaft. Die statistische Analyse der Daten und Simulationsrechnungen ergaben, dass es sich bei einem Tier von der Insel Isabella wahrscheinlich um einen Hybriden handelt. Zur Art Geochelone becki gerechnet, kommt das Individuum aus einer Population mit ohnehin stark ausgeprägter genetischer und äußerlicher Vielfalt.

Forschung: Michael A. Russello, Unit of Biology and Physical Geography, University of British Columbia Okanagan, Kelowna; Jeffrey R. Powell und Adalgisa Caccone, Department of Ecology and Evolutionary Biology, Yale University, New Haven, Connecticut; und andere

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 17, 1. Mai 2007, R317-8

WWW:
Homepage Michael Russello, UBC Okanagan
Caccone Lab, Yale University
Galápagos Tortoise
Lonesome George
Charles Darwin Foundation

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