Vulkanfieber vor 55 Millionen Jahren?
26. April 2007 |
Die Geburt des Nordatlantiks zog möglicherweise eine vorübergehende Erwärmung der Erde nach sich. Für diese Ansicht spricht eine neue Datierung von Meeressedimenten, die dänische und amerikanische Geowissenschaftler vorgenommen haben. Demnach kam es zu einem rapiden Temperaturanstieg, als sich Grönland von Skandinavien trennte und große Mengen von Magma aus dem Erdinneren hervorquollen.
Das Paläozän-Eozän-Temperaturmaximum (PETM) ging nicht nur mit einer Erwärmung und Ansäuerung der Ozeane einher, sondern auch mit merklichen Veränderungen in Land- und Meeresfauna. Zwar seien die Auswirkungen dieser Phase in Meeressedimenten deutlich erkennbar, schreiben die Forscher um Michael Storey von der Universität Roskilde im Magazin “Science”. Einen klaren Zusammenhang mit den Spuren der Eruptionen habe man bislang jedoch nicht herstellen können.
Von dem Vulkanismus künden teils kilometerdicke Basaltschichten im Osten Grönlands und auf den Färöer-Inseln - beiderseits des durch Island ziehenden Mittelatlantischen Rückens gelegen. Storey und seine Kollegen trugen Daten aus früheren Studien zusammen, um diese Gesteinsschichten miteinander in Deckung zu bringen und ihre Entstehung mit einer Schwächung der Erdkruste in Verbindung zu bringen.
Das Färöer-Gestein weist eine Umkehr der magnetischen Polarisierung auf, die auch in einem Bohrkern aus dem Atlantik nachweisbar ist - und zwar 1,1 Millionen Jahre vor dem “Abdruck” der Warmphase in dem alten Meeresboden. Knapp 500.000 Jahre nach ihrem Beginn findet sich in dem Kern wiederum eine Schicht Vulkanasche, die die Forscher auf ein Alter 55,1 Millionen Jahren datierten. Das gleiche Alter erhielten sie für eine Tuffsteinschicht in einer der jüngeren Basaltschichten auf Grönland - der Kreis war geschlossen.
Zu der Erwärmung müsse es also gekommen sein, noch während kubikkilometerweise Magma ausgestoßen wurde, schließen Storey und Kollegen. Möglicherweise habe das glutflüssige Gestein Methan oder Kohlendioxid aus Sedimenten am Meeresgrund ausgetrieben und so eine 200.000 Jahre währende Warmphase eingeleitet.
Forschung: Michael Storey, Quaternary Dating Laboratory, Department of Environment, Society and Spatial Change, Roskilde University Centre, Roskilde; Robert A. Duncan, College of Oceanic and Atmospheric Science, Oregon State University, Corvallis; Carl C. Swisher III, Department of Geological Sciences, Rutgers University, Piscataway, New Jersey
Veröffentlichung Science, Vol. 316, 27. April 2007, pp 587-9, DOI 10.1126/science.1135274
WWW:
Quaternary Dating Laboratory, Roskilde
Paläozön/Eozän-Grenze
Plate Tectonic Evolution of the North Atlantic Region
Flutbasalt
Methane Hydrates and Global Warming



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