Posted in: Astronomie 25. April 2007 06:11 Weiter lesen →

Erster lebensfreundlicher Exoplanet entdeckt

Den bislang erdähnlichsten Planeten bei einem anderen Stern glauben europäische Astronomen entdeckt zu haben. Die ferne Welt ist etwa 50 Prozent größer als die Erde rast in sehr geringem Abstand um ein Zentralgestirn, dass deutlich kleiner und kühler ist als die Sonne.

Illustration zeigt kleine, rot glimmende Kugel, davor stehen drei unterschiedlich große und farbige Kugeln, schwarzer Hintergrund

Der neue Exoplanet kreist zwischen zwei Vettern um sein kleines rotes Zentralgestirn. Grafik: ESO

„Unserer Schätzung nach, dürfte die Durchschnittstemperatur auf dieser Super-Erde zwischen 0 und 40 Grad Celsius liegen, sodass Wasser dort flüssig wäre“, erklärt Stéphane Udry von der Genfer Sternwarte. Die Modellrechnungen zeigten zudem, dass der Planet felsig oder von Ozeanen bedeckt sein sollte. Udry und Kollegen präsentieren ihre Resultate demnächst im Fachblatt „Astronomy & Astrophysics“.

Die Astronomen fanden den neuen Exoplaneten bei dem Roten Zwerg Gliese 581. Der Neuling ist für derzeitige Instrumente nicht direkt sichtbar. Er verrät sich aber dadurch, dass seine Schwerkraft den Stern hin und her taumeln lässt, sodass dessen Licht mal zum roten, mal zum blauen Ende des Spektrums verschoben ist. Diese minimalen Schwankungen konnten die Forscher mit einem Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile nachweisen und vermessen.

Der Planet besitzt demnach mindestens das Fünffache der Erdmasse und rast alle 13 Tage im Abstand von etwa 11 Millionen Kilometern um seinen Stern. Zum Vergleich: Der Radius der Erdbahn beträgt knapp 150 Millionen Kilometer. Bereits früher war bei Gliese 581 ein noch weiter innen gelegener Planet von der Masse des Neptun entdeckt worden. Zudem sprechen die neuen Daten für einen dritten, weiter außen kreisenden Planeten von mindestens acht Erdmassen.

„Flüssiges Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für Leben, so wie wir es kennen“, betont Udrys Kollege Xavier Delfosse von der Universität Grenoble. Aufgrund seiner Temperatur und seines mit 20,5 Lichtjahren geringen Abstandes von der Sonne sei der Neuling ein lohnendes Ziel für künftige Beobachtungen. „Gäbe es eine Schatzkarte des Universums, wäre man versucht, ihn mit einem dicken Kreuz zu markieren.“

Forschung: Stéphane Udry, Michel Mayor und Didier Queloz, Observatoire Astronomique de l’Université de Genève; und andere

Veröffentlichung Astronomy & Astrophysics

WWW:
Observatoire Astronomique, Genf
Exoplanets
HARPS – The ESO Exoplanet Searcher
Extrasolar Planets Encyclopaedia

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Kalter Vetter der Erde entdeckt
Erdähnlichster Exoplanet gefunden

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